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Schlemmen in Hamburg: Frau Elbvilles 14 Kulinarik-Tipps für jede Lebenslage

Kommt mit auf kulinarische Schnitzeljagd quer durch die Stadt! Ob Frühstück, Fischbrötchen, Kuchen, die perfekte Pizza oder das Restaurant für ein romantisches Dinner – hier bekommt Ihr 14 handverlesene Tipps für Hamburger Locations, die Ihr aufsuchen solltet, wenn Euch mal wieder der kleine oder große Hunger packt!

Fotos & Texte: Frau Elbville

1. Elbgold: Erlesener Kaffee zum Wachwerden 

Für mich ist Kaffee das Schmierfett, das dafür sorgt, dass mein Motor jeden Morgen reibungslos in den Tag starten kann. Wie gut, dass Hamburg Europas größter Umschlagplatz für Kaffeebohnen ist und es hier viele tolle Röstereien gibt, die dafür sorgen, dass mein Schmierfett nie zuneige geht. Zu meinen liebsten Kaffeeröstereien gehört Playgroundcoffee in der Detlev-Bremer-Straße auf St. Pauli, deren Sorte “Skywalker” zu Hause immer vorrätig sein muss. Eine schöne Location, um eine Tasse guten Kaffee inklusive eines Frühstücks vor Ort zu genießen, ist beispielsweise die Rösterei Elbgold. In derem hellen und großen Ladencafé in den Schanzenhöfen (zwischen Tim Melzers Bullerei und dem ebenfalls empfehlenswerten Alten Mädchen, einem Braugasthaus der Ratsherrn-Brauerei) werden alle Rohkaffees ganz traditionell in gasbetriebenen Trommelröstern von Hand veredelt – unter den Augen der Gäste. Wenn es warm ist, kann man hier auch sehr nett draußen sitzen.

–  Elbgold, Lagerstraße 34c, Website / Google Maps

2. Strandkiosk: Frühstück mit Aussicht und Hund

Der Strandkiosk von Övelgönne direkt neben der eigentlich etwas zu Unrecht viel berühmteren Strandperle hat bereits um 8:00 Uhr morgens geöffnet – und das auch noch im Winter, wenn die Strandperle traurig und verlassen da steht. Dann kann man hier, eingemummelt in eine der bereit liegenden Decken, ein heißes Getränk schlürfen, eine knusprige Bretzel dick mit Butter beschmieren und dem Treiben der Kräne gegenüber am anderen Ufer zuschauen.  Manchmal setzt sich ein Hund mit traurig bettelnden Augen vor deine Füße und  hofft auf Reste – dieser Ort ist morgens nämlich auch ein Hotspot für Hamburgs Gassi-Geher.
– AHOI Strandkiosk / Google Maps

3. Veddeler Fischgaststätte:  

Wer gerne Fisch isst, sollte dieser historischen Fischbratküche einen Besuch abstatten – auch wenn sie etwas abseits und versteckt zwischen innerstädtischen Autobahnen, Gewerbebauten und der ehemaligen Zollanlage liegt. Seit 1932 gibt es die “Veddeler Fischgaststätte”. Bis heute ist das Gebäude, das von außen eigentlich nicht viel mehr ist als eine verschroben wirkende Bretterbude, in der Gestalt von 1946 erhalten. Hier genießt man heute hervorragenden Fisch ohne Firlefanz, der in einem fast 100 Jahre alten Ofen gebraten und mit viel Liebe von Chef Christian Butzke, dessen Sohn und acht weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zubereitet und serviert wird. So beliebt ist diese kuriose Fischbratküche, dass Tausende Fans durch eine Petition unlängst verhindern konnten, dass sie abgerissen wurde, um Platz für Neubauten zu schaffen. Wenn das nicht Bände spricht…

– Veddeler Fischgaststätte, Tunnelstraße 70, Website / Google Maps

4. Kajüte SB 12

Es geht weiter mit einem kleinen Kontrastprogramm: Begeben wir uns nun nach Blankenese, einem ehemaligen Fischerdorf. Das Ufer des inzwischen zum Nobelviertel Hamburgs aufgestiegenen Stadtteils wird landläufig auch gern „Rolex Beach“ genannt. Regelmäßig finden Schatzsucher hier angeblich mit Metalldetektoren teure Uhren im Sand. Tatsächlich traf ich  dort letztens einen Typen mit Metalldetektor. Vielleicht suchte er aber auch statt nach einer Rolex nur nach etwas Kleingeld, um sich eines der köstlichen Fischbrötchen in der Strandbar Kajüte SB 12 leisten zu können, die Ihr dort mit Blick auf die Elbe findet. Ich mag diesen Laden, auch wenn man sich darin im Vergleich mit den Rolexträgern und Eisenten immer etwas proletarisch vorkommt… 😉

–  Kajüte SB 12, Strandweg 79 / Google Maps

5. Fritzis: Mittagstisch 

Food for Family, Friends & Freaks: So beschreibt sich Fritzis mit eigenen Worten (erkenne ich da eine Vorliebe für Wörter mit “f”?). In der “Kleinen Freiheit” auf St. Pauli, der Stiefschwester der “Großen Freiheit”, ist sie zu finden, zwischen vergilbten Gardinenkneipen und Hochhäusern, deren Tristesse des öfteren für Fernseh-Krimis herhalten muss: Eine kleine Perle mit bunt gekachelter Theke, in der es ganz fantastischen Mittagstisch gibt. Dieses Mini-Restaurant vollbringt das Kunststück, trotz kleiner Speisekarte immer den richtigen Geschmack zu treffen: Salat mit Ziegenkäse, Bratwurst mit Kartoffelstampf, Fischfrikadellen aus der Eigenproduktion, Feta-Semmelknödel mit Zuccini und frischen Kräutern… Hausgemacht und aus regionalen Zutaten kredenzt. Trotzdem zu humanen Preisen! Ich liebe es.

– Fritzis, Kleine Freiheit 1, Google Maps / Website

6. Bäckerei Rönnfeld: Feine Hanseaten & selbstgemachte Franzbrötchen

Hin und wieder muss ich einen Hanseaten essen – neben Franzbrötchen ist dieser Maxi-Keks mit der sexy Schicht Erdbeerkonfitüre und rot-weißer Zuckerglasur eine meiner Leibspeisen unter den lokalen Spezialitäten Hamburgs. Die besten Hanseaten sind mir bisher in der Konditorei Rönnfeld untergekommen, einem urigen Bäcker- und Konditorladen auf St. Pauli, den es seit über 60 Jahren gibt. Hier kommt nichts von der Stange, alles wird noch selbst gemacht. Auch die Franzbrötchen, Torten und Kuchen, das Gebäck und die Pralinen. Man kann außergewöhnliche Torten in Auftrag geben, selbst für den HSV wurde hier schon gebacken, obwohl das Herz der Bäckermeister eher für den FC St. Pauli schlägt. 😉 Aber so ist das eben auf dem Kiez: Beim Naschen sind alle gleich.

 – Konditorei Rönnfeld, Hein-Hoyer-Straße 52, Website / Google-Maps

7. Herr Max: Kaffeekränzchen

Herr Max im Herzen der Schanze. In dem ehemaligen Milchgeschäft mit den meerblauen Kacheln und gemütlichen Oma-Sesseln gibt es Cupcakes, Petit-Fours und Torten vom Feinsten. Außerdem auch hervorragendes Frühstück: z.B. süß und klein mit Croissant und selbstgemachter Marmelade oder herzhaft und groß mit Käse und Wurst. Achtung: Am Wochenende könnte es voll werden. Reservieren kann man leider nur wochentags. Aber um 10 Uhr, wenn das Café öffnet, stehen die Chancen generell gut, einen Tisch zu ergattern.

— Herr Max, Schulterblatt 12, Website / Google

8. Slim Jim: Die perfekte Pizza 

Wer mal ‘ne richtig gute Pizza essen möchte, dem empfehle ich Slim Jim am Neuen Pferdemarkt in der Sternschanze: Die Slim Jim Pizzen bedenken auch die Vegetarier und Veganer unter Euch. Dazu gibt’s gute Musik, tätowierte Pizzabäcker, denen man beim Walken und Kneten zugucken kann, und selbstgezimmertes Mobiliar.

– Slim Jim, Bei der Schilleroper 1-3, Website / Google Maps

9. Café Paris: Tartelettes und Tatar

Wer im „Café Paris“ essen geht, speist unter einem prächtigen Kuppelgewölbe mit bemalten Kacheln, unter dem sich im 19. Jahrhundert eine Schlachterei befand. Heute wird hier französisches Essen serviert. So darf sich das „Café Paris“ auf die Fahnen schreiben, schon viele Hanseat:innen dazu gebracht zu haben, das Franzbrötchen auch mal gegen ein Croissant, das Labskaus gegen einen Teller Tartar und den Filterkaffee gegen einen Bol de Café au Lait einzutauschen. Meine besondere Empfehlung: das karamellisierte Limonentartelette mit Erdbeeren und Estragonrahmeis. Hier könnt Ihr einen genaueren Blick auf die Karte werfen!

— Café Paris, Rathausstraße 4, Website / Google Maps

10. Vlet: Modern interpretierte Hamburger Küche & perfektes Sonntagsbrunch

Wer original Hamburger Küche mit exquisit-modernem Touch mag, sollte das Restaurant Vlet besuchen. Während man bei der Abendkarte etwas tiefer in die Tasche greifen muss (jedoch absolut berechtigt!), ist das üppige Brunch-Angebot am Sonntagvormittag hier erstaunlich erschwinglich. Ihr bekommt richtig gutes Essen serviert, was Kenner:innen vor allem an den delikat-schmackhaften Saucen erkennen! Noch dazu ist das Vlet eine tolle Location in einem alten Speicher mit Blick auf die Kibbelstegbrücke.

– Vlet, Am Sandtorkai 23-24, Website / Google Maps

11. Röper Hof: Urig & Gemütlich

In einer Sackgasse in Hamburg- Othmarschen prallen zwei Welten aufeinander: eine moderne mit Blick auf Neubauten und den Klotz des Altonaer Krankenhauses, eine ländliche mit Bauerngarten und einem reetgedeckten Fachwerkhaus – als hätte eine Zeitmaschine diese 250 Jahre alte Bauernkate durch Zufall in die Gegenwart an den Agathe-Lasch-Weg verpflanzt, mitsamt seiner Sprossenfenster und dem Kopfsteinpflaster vor dem Hauseingang. Die Zeitreise zum Röper Hof lohnt auf jeden Fall, um sich in den Bauerngarten zu setzen und ein Stück Kuchen zu essen. Manchmal, am Wochenende, kann man dann sogar Zeuge werden, wie hier Hochzeitsgesellschaften nach dem Standesamt feierlich anstoßen… Abends und mittags lässt es sich hier natürlich auch gut essen.

– Röper Hof, Agathe-Lasch-Weg 2, Website / Google Maps

12. Zollenspieker Fährhaus: Das kleinste Restaurant der Welt

In knapp einer Stunde fäht der HVV-Bus 120, auch „Stint- Express“ genannt, vom Hauptbahnhof hinaus nach Kirchwerder. Auf einem Elbdeich im äußersten Südosten der Stadt serviert hier das altehrwürdige Zollenspieker Fährhaus Fischgerichte, Hausmannskost, Butterkuchen und Bier. In dem dazugehörigen „Pegelhäuschen“ auf Stelzen lässt es sich zudem herrlich romantisch mit Blick aufs Wasser unter einem Kronleuchter dinieren – im angeblich kleinsten Restaurant der Welt.

– Zollenspieker Fährhaus, Zollenspieker-Hauptdeich 141,  Website / Google maps

13. Old Commercial Room: Goldmedaille für Labskaus

Man beachte das Schild über dem Eingang: Goldmedaille für Labskaus! Oder den Hummer-Aufkleber oben links im Fenster. Es sind solche, aus der Zeit gefallenen “Etablissements”, für die ich mich ja immer wieder begeistern kann. Der Old Commercial Room in der Englischen Planke ist genau solch ein Ort…  An Tisch 13 soll Jane Birkin gesessen haben, an Tisch 7 Kate Hudson, an Tisch 14 George Clooney…  Ob sie wohl auch Labskaus gegessen haben, jene Hamburger Variante eines Eintopfes, die ich tatsächlich gerne esse, die vielen Menschen aber nicht ganz geheuer ist? Zu unrecht. PS: Im Old Commercial Room gibt sogar ‘ne Labskausurkunde!

–  Old Commercial Room, Engl. Planke 10, Website / Google Maps

14. Erikas Eck: Mettbrötchen und Schnitzel

Hinter der Tür von „Erika’s Eck“ ticken die Uhren anders: Taxifahrer frühstücken zur Geisterstunde, die Nachtschicht macht Mittag um halb vier morgens, Pistengänger trinken im Morgengrauen ihr finales Bier. In der Woche ist bis 14 Uhr geöffnet. Dann folgen 3 Stunden Ruhepause. Ab 24 Uhr werden in der Sternstraße  belegte Brötchen mit Aufschnitt und Käse sowie selbst gemachte Salate verkauft. Das Dollste aber sind die wagenradgroßen Schnitzel, Schweinebraten, der Kassler… Zu den Stammkunden zählen Schichtarbeiter, gelegentlich auch noch Schlachter aus dem Fleischgroßmarkt um die Ecke, für die Erika vor mehr als 50 Jahren als Feierabend-Kantine eröffnet wurde. Superfood, Avocado-Toast und Green Smoothies? Sucht man hier vergebens. Es riecht nach Speck und Bratkartoffeln. Zu guter Letzt hier noch eine amüsante Reportage über diesen Kult-Laden in der Schanze:

– Erika’s Eck, Sternstraße 98, Website / Google Maps

So, das war’s für diesen Monat! Die neue Postkarte könnt Ihr Euch wie immer hier herunter laden! Bis bald, und genießt den November! Liebe Grüße und: Danke für Euren Support! ❤️

Eure Frau Elbville

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