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16 Tipps für Hamburgs grüne Fluchten (inkl. Download-Faltplan)

Vogelgezwitscher, blühende Rabatten, uralte Rhododendren, Lindenalleen, verwitterte Gräber, Grillwiesen und nicht selten ein Blick aufs Wasser: Neben bekannteren Parks wie Planten un Blomen, dem Stadtpark oder Volkspark gibt es in Hamburg noch zahlreiche andere große und kleine grüne Paradiese, die oftmals auf die Gartenliebe alter Hamburger Kaufmannsdynastien zurückgehen. Stadtplan Nr. 4 bringt Licht in Hamburgs Großstadtdschungel …

Diese zwei Seiten könnt Ihr herunterladen, ausdrucken, falten und in die Hosentasche stecken. Die 1. Seite zeigt einen Stadtplan, die 2. eine Liste mit den dazugehörigen Beschreibungen, Adressen & QR-Codes zur Google-Maps-Location. Alle 16 Spots werden auch in diesem Beitrag präsentiert.

Römischer Garten

Wie eine Burgmauer wirkt die getrimmte Hecke, die über dem Blankeneser Elbufer thront. Nach einer Italienreise hatte sie ein  Kaufmann anlegen lassen. Ende des 19. Jahrhunderts ging der dazugehörige Garten in den Besitz der jüdischen Bankiersfamilie Warburg über. Diese errichte darin ein kleines Amphitheater und lud zu Konzerten, Picknicks und Theaterstücken ein. Während der Nazizeit emigrierten die Warburgs, der Park verfiel – bis er in den 1990ern mitsamt seinem Seerosenteich wiederentdeckt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

– Kösterbergstraße 40E

2. Baurs Park

Im östlichen Teil Blankeneses kann man durch Baurs Park flanieren, der im 19. Jahrhundert im Auftrag des Kaufmanns Georg Friedrich Baur vom französischen Architekten Joseph Ramée im englischen Stil auf mehreren Grundstücken angelegt worden ist – mitsamt gotischem Turm, Tempeln und Wald-hütten, einer chinesischen Pagode, Grotten und einem Kano-nenberg, von dem aus der Kaufmann damals seine vorbei-ziehenden Schiffe per Böllerschuss grüßte. Ein herrliches Refugium, in dem zwischen alten Bäumen die Elbe glitzert.

– Mühlenberger Weg

3. Loki-Schmidt-Garten / Botanischer Garten

Fischteiche, Tropenhaus, Erlebnispfade, Biotopanlagen: Als Teil des Instituts für Pflanzenwissenschaften und Mikrobiologie der Universität dient diese Oase in Klein Flottbek nicht nur der Forschung und Lehre, sondern auch der Erholung. Erst 2012 wurde er nach der Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt benannt. Loki Schmidt war eine  Natur-schützerin und engagierte sich zeitlebens für Hamburgs botanischen Garten. Besucher können an Führungen, Work-shops und Veranstaltungen teilnehmen. Der Eintritt ist frei.

– Ohnhorststraße

4. Altonaer Volkspark / Dahliengarten

Ein Park für alle: Seit 1920 bietet der 205 Hektar große Altonaer Volkspark im Westen Hamburgs Ruhe und Erholung. Und auch wenn der Park vor allem für das Volksparkstadion bekannt ist, sollten auch Nicht-Fußballfans dem Park unbedingt einmal einen Besuch abstatten. Botanik-Fans kommen vor allem in dem europaweit bekannten Dahliengarten auf ihre Kosten: Von Juli bis Oktober kann man hier über 14 000 Dahlien und 600 Dahliensorten bewundern, u.a. die Eigenzüchtung “Kalinka” – mit 3,03 Metern die höchste Dahlie der Welt.

– Luruper Chaussee / Stadionstraße

5. Jenisch Park

Der Jenischpark erstreckt sich auf mehreren Hügeln  Klein Flott-beks und ist ein Beispiel für jene “Pleasuregrounds”, die reiche Hamburger anlegten, um der Enge der Stadt zu entkommen. 1785 errichtete der Kaufmann Caspar Voght am Elbhang eine “ornamented farm” nach englischem Vorbild, testete Kartoffeln, entwickelte Dünger und  hielt Kühe – bis er den Park an Senator Jenisch verkaufte, der die berühmte kubusförmige Villa errichtete (siehe auch Stadtplan Nr. 02). Der Bereich hinter dem Haus birgt eine interessante Sammlung exotischer Bäume aus aller Welt.

– Baron-Voght-Straße 50

6. Donners Park

Der Donnerspark ist nach seinem letzten, privaten Besitzer, dem Altonaer Schnupftabakfabrikanten und Bankier Conrad Hinrich Donner, benannt. Schon vor dessen Zeit war das Grundstück ein Lustgarten. Ein Sohn Donners errichtete hier 1853 ein bombastisches neugotisches Schloss, das im 2. Weltkrieg stark beschädigt und 1952 abgerissen wurde. Die Parkgestaltung aus den 1950er Jahren existiert nahezu unverändert. Besonders schön ist Rosengarten, der zwischen zwei geometrischen Rosenbeeten tder den Blick auf Hafen und Elbe inszeniert.

– Elbchaussee

7. Wohlers Park

Zwischen alten Rhododen, Magnolien und Azaleen verteilen sich in diesem ehemaligen Friedhof zahlreiche Grabsteine mit schnörkeligen Inschriften. 1870 wurde hier auch der Verfasser des Schleswig-Holstein-Liedes, Matthäus Friedrich Chemnitz, zu Grabe getragen. Das letzte Begräbnis fand 1945 statt. Heute picknicken Familien zwischen den Gräbern, es wird Boule gespielt, im Sommer riecht es nach Grill und Kartoffelsalat. Und wenn dann auch noch die Gitarren erklingen, sind die Toten der Stadt dem Leben nirgendwo näher als hier.

– Norderreihe 2 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

8. Weiherpark

Mitten in Eimsbüttel zwischen herrschaftlichen Altbauten betritt man einen zauberhaften Ort mit Weiher, bei dem man sich nicht wundern würde, wenn Elfen aus dem Schilf emporstiegen. Auch dieser Park ist wie so oft aus dem Landsitz einer Kaufmanns-familie hervorgegangen. Zuletzt gehörte er den Lutteroths, die einen Hamburger Bürgermeister stellten. Heute kann man hier nicht nur Enten beobachten, sondern auch im “Café am Weiher” kalte und warme Getränke sowie Kuchen genießen, während sich die Kids nebenan im Planschbecken abkühlen.

– Am Weiher

9. Schanzenpark

Der Schanzenpark gehört zur Sternschanze – einem Viertel, das eine bewegte Geschichte hinter sich hat. Was als Verteidigungsanlage begann, wurde im 19. Jahrhundert zum Arbeiterviertel und später zur Enklave für Künstler:innen und die autonome Szene. Im Zuge der Gentrifizierung zogen immer mehr Agenturen und Hipster in die “Schanze”. Im ehemaligen Wasserturm des Parks residiert heute ein nobles Hotel. Auf den Sportanlagen wird Fußball gespielt. Der Name von Park und Viertel stammt von Festungsbauten, die als Schanzen bezeichnet wurden und früher als Verteidigungsanlage vor den Hamburger Stadtmauern lagen.

– Schröderstiftstraße

10. Planten un Blomen / Wallanlagen

Wer sich die 47 Hektar von Planten un Blomen (“Pfanzen und Blumen”), einem Park auf dem Gebiet der Wallanlagen, komplet vornimmt, muss Stunden einplanen. Tipps für den Besuch: Europas größter japanischer Garten, ein Rosen- und ein Apothe-kergarten, tolle Abenteuerspielplätze, ein Tropenhaus, die Roll-schuh- und Schlittschuh-Arena, versteckte Sitzplätze zwischen Stauden und Wasserläufen. Ab Mai: täglich um 14, 16 und 18 Uhr Wasserspiele, die abends zudem von einer Wasserlichtorgel synchron begleitet und farbig beleuchtet werden.

– Jungiusstraße

11. Yu Garden

Einige hundert Meter hinter dem MARKK Museum am Rothenbaum (ehemals Völkerkundemuseum) hat Hamburgs Partnerstadt Shanghai der Elbmetropole ein Geschenk gemacht und einen Garten nach den Leitsätzen des Feng Shui mit beeindruckendem Teehaus und Seerosenteich inklusive Kois errichtet. Die traditionellen Materialien hierfür wurden in über 40 Schiffscontainern aus China nach Hamburg transportiert. Die entstandene Oase lässt die Hektik der Großstadt vergessen. Wer hätte es gedacht: Der Ferne Osten ist in Hamburg ganz nah …

– Feldbrunnenstraße 47

12. Alsterpark

Den Alsterpark am Nordwestufer der Außenalster gibt es in dieser Form erst seit 1953, als er im Rahmen der Internationalen Gartenschau angelegt worden ist. Große Liegewiese direkt am Wasser, Kirschbäume, Künstler-Skulpturen, pittoresk platzierte Parkbänke und -Sessel machen ihn zum perfekten Ort für ein Picknick, bei dem man Schwäne, Stand-up-Paddler, Jollen und Ruderer beobachten kann. Es gibt sogar einen Trimm-dich-Pfad, dazu mehrere Cafés – und die Möglichkeit selbst Boote auszuleihen.

– Harvestehuder Weg

13. Stadtpark

1914 als groß angelegter Volkspark eröffnet, ist der Stadtpark die grüne Lunge ist der Stadtpark des Bezirks Hamburg-Nord. Er sollte schon damals allen Bevölkerungsschichten Sportmöglichkeiten, Erholungsflächen und Kunst in Form von Skulpturen zugänglich machen. Hier kann man auch das Planetarium (siehe auch Stadtplan Nr. 03) besuchen. Oder die „Trinkhalle“, ein hübsches Café, in dem früher Trinkkuren für Arbeiter angeboten wurden, die sich den Aufenthalt in einem Kurbad nicht leisten konnten.

– Linnering 5

14. Ohlsdorfer Friedhof

Der größte Parkfriedhof der Welt umfasst eine Fläche von 566 Fußballfeldern. Es braucht mehrere Tage, um das Areal mit diversen Prominentengräbern und Mausoleen zu erschließen. Wer ein Faible für Backsteinexpressionismus hegt, sollte sich Bauten wie das streng geometrische Krematorium anschauen oder Kapelle 13 – beide Gebäude in den 1920ern von Backsteinpapst Fritz Schuhmacher entworfen. Die Friedhofs-Website hält viele Infos darüber bereit, was man wo findet und welche Gräber  besonders interessant sind.

– Fuhlsbüttler Str. 756

15. Wilhelmsburger Inselpark

Der 100 Hektar große Inselpark in Wilhelmsburg, der aus der Internationalen Gartenschau 2013 hervorgegangen ist, trumpft mit vielen Attraktionen auf: Da wären ein Multifunktions-Sportfeld, ein beleuchteter Jogging-Parcours, eine Skate-Arena, eine Kletterhalle, ein Hochseilgarten oder ein Schwimmbad. Direkt nebenan: Der Energiebunker mit Panorama-Café und die architektonisch interessanten Wohnhäuser, die für die ebenfalls 2013 veranstaltete Internationale Bauausstellung 2013 errichtet worden sind.

– Am Inselpark

16. Baakenpark

Der wohl schönste Spielplatz der Stadt liegt auf einer künstlichen Insel im Baakenhafen. Auf pyramidenartigen Hügeln verteilen sich Kletterhäuser mit Brücken und Seilen, ein von Kletterbalken umrahmter Bolzplatz sowie ein großer Kunst-rasenhügel mit Tunnel und Trampolinen. Ein Wasserpark sorgt an heißen Tagen für Abkühlung. Auch Sportler kommen auf ihre Kosten – die umliegenden Anlagen laden zum Fußball- und Basketballspielen ein. Zahlreiche Bäume und Sträucher spenden Schatten und schaffen idyllische Picknickplätze.

–  Baakenallee

Wissenswertes zu Hamburgs Parks und Gärten

Hamburg verdankt seine vielen Grünflächen einer langen Tradition der Stadtplanung, die auf Lebensqualität und Naturerhalt setzt. Schon im 19. Jahrhundert wurden Parks angelegt, um Bürgern Erho-lungsräume zu bieten. Zudem wurde die Stadt nach dem Großen Brand von 1842 mit einem Fokus auf Freiflächen neu gestaltet. Elbe und Alster tragen ebenfalls zur grünen Erscheinung bei, da viele Flussauen, Deiche und Natur-schutzgebiete erhalten blieben. Heute sorgt eine konsequente Stadtentwicklungspolitik dafür, dass Parks und Naturräume geschützt und ausgebaut werden.

Alle Aussichtspunkte in Google Maps

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