Mit dem HVV-Bus durch die Stadt: Hamburgs schönste Highlights im 111-Sekunden-Takt
Schon gewusst? An der Buslinie 111 reihen sich fast alle wichtigen Highlights der Stadt wie an einer Perlenkette aneinander. Mit dem 111er, so heißt es, komme man alle 111 Sekunden an einem Wahrzeichen vorbei. Grund genug, Euch begleitend zur neuen Abo-Postkarte einen Leitfaden für die wichtigsten Stationen an die Hand zu geben. Alles, was Ihr benötigt, ist ein HVV-Tagesticket (ab 6,42 Euro). Einsteigen, bitte!

Hier seht Ihr einen groben Überblick über den Streckenverlauf.
1. Station: Rathaus Altona
Der Bus fährt all 20 Minuten, zu manchen Tageszeiten auch öfter. Wir steigen am Rathaus Altona zu, an dem wir vielleicht sogar ein frischvermähltes Brautpaar sehen – denn das altehrwürdige Rathaus gehört aufgrund seiner Lage zu den beliebtesten Standesämtern der Stadt. Auch weil gleich gegenüber ein toller Foto-Spot (nicht nur für Hochzeitspaare) ist: der Altonaer Balkon.

Dort sollten wir, bevor wir in den Bus einsteigen, den schönen Ausblick genießen, den man vom Geesthang 27 Meter über der Elbe auf das Treiben in den Containerterminals hat. Unvorstellbar, dass über den Hamburger Hafen jedes Jahr rund neun Millionen Container verschifft werden… Doch genug gestaunt. Mit dem Bus fahren wir nun die Pamaille entlang.
2. Station: Fischmarkt

Schon am Fischmarkt empfiehlt sich der nächste Stopp. Denn Euch erwartet: Ein toller Blick, an dem rechts die Elbphilharmonie herausragt. Etwas davor wölbt sich ein U-Boot aus dem Wasser, das man sogar von innen besichtigen kann. Nebenan die berühmte Fischauktionshalle, die Ende des 19. Jahrhunderts in Form einer dreischiffigen Basilika erbaut wurde. Sie ist umgeben von imposanten Speichern, in denen sich heute Wohnungen, Büros und das Design-Kaufhaus Stilwerk befinden.

Extra-Tipp: Besucht auf dem Ponton die Liberté-Bar! Hier könnt Ihr abends mit Cocktails und Longdrinks anstoßen, den Fähren hinterherschauen und dabei sanft auf den Wellen schaukeln.
3. Station: Kreuzfahrt Terminal
Nun macht der 111er-Bus einen kleinen Schlenker: Er fährt die Große Elbstraße entlang, wo er u.a. die beiden berühmten Hafenkneipen “Zum Schellfischposten” (bekannt aus “Inas Nacht”) und die “Haifischbar” am Fuße der Köhlbrandtreppe passiert, bevor er am Kreuzfahrtterminal Altona hält, dessen Dach begehbar ist. Hamburgs zweites Kreuzfahrtterminal kann Schiffe bis zu einer Gesamtlänge von 300 Metern abfertigen. Während am Cruise Center HafenCity und am Cruise Center Steinwerder eher die Giganten der Meere festmachen, legen hier die etwas kleineren Kreuzfahrt-Schiffe an.

Nur einen Steinwurf entfernt: das Dockland. Auch hier lohnt der Aufstieg. Der Ausblick vom Oberdeck des von Hadi Teherani entworfenen Gebäudes ist noch ein wenig besser als der nebenan!

Von hier seht Ihr u.a. die elegant geschwungene Köhlbrandbrücke, die es leider bald nicht mehr geben wird, da sie marode und zu niedrig für den Schiffsverkehr geworden ist …
4. Station: Davidstraße
Nach dem kleinen Schlenker zum Kreuzfahrt-Terminal fährt der Bus nun wieder zurück und weiter in Richtung Reeperbahn. Hier steigen wir kurz vor dem Spielbudenplatz an der Davidwache erneut aus. Die berühmte Polizeiwache ist mit nur 0,92 Quadratkilometern Einzugsgebiet die kleinste, aber auch geschäftigste des Landes. Zwar hat der Kiez nicht mehr als 14 000 Einwohner, dafür fallen am Wochenende bis zu 200.000 Partyverrückte hier ein. Macht 17.000 Strafanzeigen pro Jahr…
Die Herren können nun gleich um die Ecke durch die Herbertstraße flanieren, während die Damen lieber die parallel verlaufende Friedrichstraße nehmen sollten (man kann selbst am helllichten Tag nie wissen, ob in Hamburgs berühmter Bordellstraße nicht die Eier für weibliche Gäste wurfbereit liegen …). Ebenfalls einen Abstecher wert: Die Große Freiheit und am Ende des Spielbudenplatzes die Tanzenden Türme, ein weiteres Gebäude, das Hadi Teherani entworfen hat.

5. Station: Landungsbrücken
Zurück im Bus, biegt dieser nun zu den Landungsbrücken ab, an deren Pontons in erster Linie die HVV-Fähren und Barkassen zur Hafenrundfahrt an- und ablegen.

In einem auffälligen Kuppelgebäude vor der Brücke 10: der Eingang zum Alten Elbtunnel. Seit 1911 verbindet er St. Pauli und Steinwerder. Die riesigen Aufzüge in der Mitte waren früher für Pferdekutschen, links und rechts davon gibt es heute Lifts für Fußgänger und Radler. Vielen Besuchern genügt es, einmal unten gewesen zu sein. Doch wer etwas Zeit mitbringt, sollte unbedingt nach Steinwerder laufen. Der Blick vom anderen Elbufer ist sehr schön! Und man kann ja auch eine Stunde später noch mit dem 111er weiterfahren.

6. Station: Am Kaiserkai (Elbphilharmonie)
Natürlich darf auch die Elbphilharmonie als Highlight nicht fehlen, deshalb steigen wir als nächstes “Am Kaiserkai” aus. Auf dem ehemaligen Kaispeicher A thront sie, die gläserne Welle. Sie birgt zwei Konzertsäle, ein Hotel und Appartements.

Die Plaza der Elbphilharmonie ist öffentlich zugänglich. Fahrt mit der Rolltreppe nach oben und wandert einmal rund um das Gebäude.

7. Station: Am Sandtorkai
Nun bringt Euch der Bus zum Sandtorkai, praktisch ins Herz der Speicherstadt. Fußläufig findet Ihr hier nicht nur das Gebäude, das in seiner verschneiten Variante auch als Motiv auf der aktuellen Abo-Postkarte zu sehen ist (hey, Weihnachten kommt schneller, als Ihr denkt)!
Um die Ecke ist auch der Genussspeicher (St. Annenufer 2), in dem Ihr Kaffee kaufen könnt, das Maritime Museum (Koreastr. 1), das Zollmuseum (Alter Wandrahm 16) oder das Wasserschloss mit einem Teekontor (Dienerreihe 4). Ihr könntet auch ein bisschen über den architektonisch interessanten Überseeboulevard spazieren. Shoppen kann man hier auch.

8. Station: Magellan-Terrassen
Zugegeben, die Strecke zu den Magellan-Terrassen am Ende des Sandtorhafens lässt sich im Grunde auch zu Fuß zurücklegen. Aber wer z.B. Station 7 auslässt, sollte nun unbedingt aussteigen, um den Blick hinüber zur Elbphilharmonie zu genießen und den kleinen Museumshafen anzuschauen, der zwischen Speicherstadt und Hafencity liegt (Google Maps). Dieser „Traditionsschiffhafen“ wurde vor mehr als 150 Jahren als das erste künstliche Hafenbecken der Stadt angelegt.
Inmitten moderner Bauten haben hier historische Schiffe festgemacht, auf denen man teilweise wieder in See stechen kann. Besonderer Blickfang sind der “Greif”, ein schwimmender Vintage-Kran, in dem sich ein Hotel sowie Harrys “Hafenbasar”, ein Museum und Kuriositätenladen, befinden.
Endstation: U-Bahn-Station Überseequartier

Es ist schon skurril, mit dem Bus zu einer U-Bahnstation zu fahren, in der man “nur” Sightseeing macht, statt in den Zug zu steigen. Aber nur kurz mal abzutauchen am Überseequartier ist ein unterirdisches Erlebnis, das ich empfehlen kann. Das Überseequartier ist nämlich in Wirklichkeit kein Bahnhof, sondern eine „abstrakte Unterwasserwelt“. So beschreiben ihn zumindest seine Architekten… Die Bahnsteige sind aus changierendem Beton, „der wie eine helle Sandbank mitten im Blau der Ozeane ruht“. Wenn man mit der Rolltreppe in den blauen Abgrund gleitet, muss man aufpassen, nicht in in einen Tiefenrausch zu geraten. Als weitere Haltestelle der Linie U4 solltet Ihr Euch auch die in der Nähre gelegene Station HafenCity Universität und ihre preisgekrönte Architektur mit Lichtobjekten in Containerform anschauen.

Falls Ihr dann immer noch Lust auf futuristische U-Bahn-Architektur habt, wandert oder fahrt Ihr hinüber zur Endstation der Linie U4, die sich Elbbrücken nennt. Derzeit befindet sich diese noch im Niemandsland der sich ständig erweiternden HafenCity, in der Nähe des Baakenparks (wo es einen tollen neuen Abenteuerspielplatz namens „Treibgut“ gibt). Wer mag, kann in diesem spacig wirkenden Bahnhof in die U-Bahn einsteigen und sich zurück in die Innenstadt katapultieren lassen!

So, das war’s für diesen Monat! Die neue, bereits weihnachtlich angehauchte Postkarte könnt Ihr Euch wie immer hier herunter laden! Bis bald, und genießt den Oktober, obwohl es ja schon ganz schön kalt ist! Ich trage bereits meine dicksten Pullover, um Heizkosten zu sparen…
Liebe Grüße und Danke für Euren Support!
Eure Frau Elbville
PS: Habt Ihr gesehen? Der neue Elbville-Kalender für 2023 ist ab nun erhältlich. Als Elbville-Fördermitglieder bekommt Ihr ihn ja mit Rabat, je nach Mitgliedschaft 10 oder 15 %. Meldet Euch gern noch mal bei mir, falls Ihr Euren Rabatt-Code verloren haben solltet.



