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Der Hafen. die Elbe. Die Kräne.

Der Hafen. Die Elbe. Die Kräne… Und eine neue Elbville-Postkarte

Die 8. Elbville-Postkarte hat drei Symbole dieser Stadt zum Thema: den Hafen, die Elbe und die Kräne. Nur drei Worte. Aber großes Kino im Kopf… In diesem Beitrag habe ich Euch ein paar Tipps und Infos zu diesen typischen Hamburg-Begriffen zusammengestellt!

Frau Elbvilles Postkarte Nr. 8 (04/21)

1. Hamburg und sein Hafen

Seit Jahrhunderten sorgt er dafür, dass Tausende Menschen Arbeit haben und es der Stadt immer ziemlich gut gegangen ist: Der Hamburger Hafen. Mit 7.200 Hektar ist er heute deutlich größer als Flensburg, das immerhin mit 5.638 Hektar Fläche zu Buche schlägt. Zusammen rund neun Millionen Container schippern inzwischen jedes Jahr durch ihn in die Stadt hinein und wieder hinaus.

Als die Container kamen…

Container gibt es dabei erst seit 1968, als die US-Army sie erstmals von Deutschland, genauer von Hamburg aus verschiffte. Was? Hauptsächliche VW-Käfer und Bullis für den amerikanischen Markt. Kaum vorstellbar, dass der Hamburger Hafen hundert Jahre zuvor noch ein scheinbar undurchdringlicher Wald aus Segelmasten war. Dazwischen schipperten kleine Schuten, um die Waren zu löschen oder die Schiffe mit neuen zu beladen.

“Das war noch typischer Hafen”

Die größten Containerschiffe, die Hamburg hingegen heute anfahren, sind echte Kolosse und länger als drei Fußballfelder hintereinander. Weil Zeit Geld ist, machen sie meist nur ein paar Stunden im Hafen fest. Rund um die Uhr werden Güter umgeschlagen. Ein logistischer Kraftakt, der im 21. Jahrhundert voll automatisiert abläuft. Bis zur Einführung der Container wurden Waren in Säcken, Kisten, Fässern und anderen Transportgefäßen verpackt und einzeln mit dem Kran oder dem Ladegeschirr und viel Manpower verladen. Harte Arbeit für harte Kerle… Wie es dabei früher zuging, erzählt der ehemalige Kai- und Hafenarbeiter Wolfgang Schwerdtfeger:

Entdecker-Tipp: Das Discovery-Doc

Im Discovery Dock am Kaiserkai, im Trockendock Elbe 17 direkt neben der Elbphilharmonie, könnt Ihr Euch (wenn es die Pandemie wieder zulässt) mit VR-Brillen auf eine virtuelle Erkundungsreise durch den Hamburger Hafen machen und noch mehr über Container & Co. erfahren:

 

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–  Discovery Dock, Am Kaiserkai 60 / Website / Google Maps

2. Hamburg und die Elbe

Die Elbe ist die Lebensader, die Hamburg mit dem Meer verbindet. Doch es dauert für ein Schiff immerhin zwölf Stunden von der Nordsee in die Stadt und wieder zurück – aber das auch nur bei Flut. Denn bei Ebbe können schon mal dreieinhalb Meter Wasser unter dem Schiff fehlen, sodass es zusätzlich Wartezeit einplanen muss. Damit kein Schiff auf Grund oder irgendwo gegen läuft, dürfen Kapitäne in Hamburg ihre Schiffe nicht allein steuern, sondern müssen einen Lotsen an Bord nehmen, der sich auf der Elbe extrem gut auskennt.

Kurz vor Neumühlen könnt Ihr Hamburgs Schlepper bewundern!

Zudem werden die Containerriesen von den kleinen wendigen Schleppern an langen Stahlseilen über die Elbe in den Hafen manövriert. An der Elbuferpromenade kurz vor Neumühlen könnt ihr sie gut bewundern, denn dort parken sie. Die roten Schlepper gehören  zur holländischen Reederei Kotug. Die Schiffe der Hamburger Arbeitsgemeinschaft (ARGE) erkennt man an den schwarzen und blauen Bäuchen.

Schlepper auf dem Weg nach Neumühlen: Hamburgs beste Fotospots und Foto Locations am Hafen

Und hier noch ein Tipp: Die Elbe könnt Ihr sogar von einem Schlepper aus erleben. Auf dem schönen Kraftprotz “Fairplay VIII” kann man dreistündige Touren buchen: Erwachsene zahlen 40, Kinder 20 Euro.

– Fairplay VIII buchen über die Website

Wo Mutige in der Elbe schwimmen gehen

Die Wasserqualität der Elbe ist heute übrigens wieder ziemlich gut. Doch beim Baden gibt es einen Haken: wie oben bereits angedeutet, ist die Elbe in erster Linie eine Bundeswasserstraße für Hochseeschiffe und Binnenschiffe. Offizielle Badestellen gibt es darum nicht. Dennoch gehen im Sommer wieder etliche Mutige in der Elbe schwimmen: Die meisten am Strand von Övelgönne unterhalb der Elbchausse, gut vier Kilometer vom Hamburger Zentrum entfernt. In der Hochsaison liegen sie dort wie die Ölsardinen auf ihren Handtüchern. Als Erfrischung reicht es mir persönlich ja schon aus, die große Zehe ins saubere Elbwasser zu tunken, während ich ein Bier aus der „Strandperle“ trinke.

– Elbstrand auf Höhe der Strandperle: Google Maps

3. Hamburg und seine Kräne

Eins vorweg: Ja, man kann auch “Krane” als Mehrzahl von “Kran” sagen. Doch das hört man eher in der Hafen-Fachsprache. Umgangssprachlich hat sich das A mit Umlaut durchgesetzt, weshalb ich es auch auf der Postkarte verwende. Kräne gibt es in Hamburg in Hülle und Fülle. Doch viele dieser “Giraffen aus Stahl”, die einst die Werkshallen von Kampnagel, Kocks, MAN, Peiner oder Krupp verließen, sind heute nur noch industrieller Schmuck und gehören gewissermaßen zum “alten Eisen” – was nicht heißt, dass sie nicht auch anderweitig genutzt werden… Die Hamburger sind da echt kreativ, wie auch das folgende Beispiel beweist:

Ein Kran zum Übernachten

Einer der wohl ungewöhnlichsten Orte, an denen man in Hamburg übernachten kann ist der Hafenkran “Greif”, Baujahr 1947. Er steht in der HafenCity mit Blick auf die Elbphilharmonie. Im Motorraum: ein Bad mit Erlebnisdusche, Kamin und Espressobar. In der Kanzel ein mit Seide bezogenes Bett. Die kleine Nobelunterkunft ist nicht günstig, dafür aber wirklich einzigartig – für alle, die sich in Post-Corona-Zeiten mal etwas ganz Besonderes leisten möchten…

– Hafenkran Hamburg by Floatel / Website / Google Maps

 

Der Schwimmkran “Karl Friedrich Steen”

 

Er ist schon ein paar Mal an mir vorbei gedüst: Dabei hat der wirklich skurrile Schwimmkran HHLA I bereits 1986 seinen Dienst quittiert. Heute liegt er normalerweise im Museumshafen Oevelgönne e.V. Dort halten ihn ehrenamtliche Mitarbeiter instand, aber durch gelegentliche Fahrten auch in Betrieb. Der Schwimmkran von 1928 war damals der modernste seiner Art. In einer Zeit, als Liegeplätze am Kai Mangelware waren und Schiffe an Pfählen lagen, konnte er Waren schnell und unkompliziert entladen. Auf dem Achterdeck kann er bis zu 100 Tonnen aus eigener Kraft durch den Hafen fahren. Jetzt wisst ihr also bescheid, falls er Euch auch einmal begegnen sollte…

Der Museumshafen von Övelgönne, das Zuhause von “Karl Friedrich Steen”, ist auch auf der 8. Elbville-Postkarte zu sehen. Dieser wunderschöne kleine Hafen gehört definitiv zu meinen Lieblingsorten der Stadt und die alten Eisbrecher, Dampfer und Barkassen, die hier getreu dem Motto “alte Liebe rostet nicht” gehegt und gepflegt werden, sind wahre Schmuckstücke. Natürlich auch das knallrote Leuchtfeuer der Elbinsel Pagensand (im Bild oben zu sehen), das hier 2015 ein neues Rentner-Dasein fand – herbei geschleppt von wem? Natürlich von niemand geringerem als von „Karl Friedrich Steen“…

 

HIER KÖNNT IHR DIE AKTUELLE POSTKARTE WIE AUCH ALLE ANDEREN KARTEN HERUNTERLADEN:

PS: Bitte beachtet, dass das Verwenden und Vervielfältigen der Karten für kommerzielle Zwecke nicht gestattet ist, sondern einer zusätzlichen Genehmigung bedarf.  

So, das war’s für heute! Ich hoffe, die Postkarte hat Euch gefallen. Anfang Mai kommt die nächste!

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