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Hamburg mit Plan: 15 Gastro-Perlen auf St. Pauli (inkl. Stadtplan zum Download!)

St. Pauli ist ein echtes Mekka für gutes Essen. Rund um die Reeperbahn, zwischen Fischmarkt und Spielbudenplatz, versteckt sich eine Bandbreite verschiedenster Restaurants und Imbisse, die man leicht übersieht – aber im Nachhinein nicht so schnell wieder vergisst. Ich kenne das Viertel inzwischen fast so gut wie meine Regenmanteltasche: einer meiner Photo Walks findet hier schließlich statt, ich wohne um die Ecke und habe mich hier im Laufe der Jahre ziemlich ausgiebig durchgefuttert. Welche Lokale,  Buden und Imbisse man nicht verpassen sollte, erfahrt Ihr in diesem Beitrag. Und wer mag, kann sich die Tipps anschließend wieder im praktischen Stadtplan herunterladen und ausdrucken – à la carte sozusagen.

Einfach auf die Karte klicken, herunterladen und auf A4 ausdrucken! Alle Orte mit Beschreibungen, Adressen & einer Übersicht in Google-Maps gibt’s natürlich auch hier: 

1 Salt & Silver: Fine-Dining mit Elbblick

Im Salt & Silver schmeckt St. Pauli ein bisschen nach Fernweh. Zwischen Hafenkränen und Elbblick landet hier eine Küche auf dem Tisch, in der Mittelmeer auf Lateinamerika, Rauch auf Säure, Chili auf norddeutsches Gemüse treffen. Klingt wild? Ist es manchmal auch. Aber ziemlich lecker! Ein Abend hier fühlt sich an wie eine kulinarische Containerschiff-Reise um die Welt, ohne dabei den Blick auf die Elbe zu verlieren. Wenn’ es warm ist, kann man auch schön draußen sitzen. Der Service ist angenehm unaufgeregt, freundlich, entspannt und ohne das übliche Fine-Dining-Theater, auch wenn es sich hier um gehobenere Küche handelt.

St. Pauli Hafenstraße 136

 

2 Fischerhaus: Top Fish-to-Go!

Im Fischerhaus by Beyoglu treffen seit 2022 norddeutsche Fischklassiker auf türkische Küche – und das ebenfalls mit direktem Elbblick. Auf der Karte: Austern, Jakobsmuscheln und Hamburger Pannfisch, Dorade Bugulama, Mezze und andere mediterran-türkische Spezialitäten. Fast noch charmanter als das Restaurant selbst ist allerdings der kleine Fischimbiss am offenen Straßenfenster. Dort kann man sich unkompliziert Fisch auf die Hand holen. Besonders die Fischbrötchen und frittierten Fischgerichte sind super! Das Gebäude selbst ist 1898 erbaut und war lange Gaststube für Menschen aus dem Hafenmilieu. Bei der Renovierung blieb einiges vom alten Charme erhalten!

St. Pauli Fischmarkt 14

 

3 Cuneo: Die italienische Legende 

Angeblich soll Besitzer Franco Cuneo früher wie Alain Delon ausgesehen haben. Und tatsächlich haftet dem Cuneo – auch wenn man hier italienisch isst – bis heute ein Hauch von Côte d’Azur, Filmgeschichte und alter Kiez-Prominenz an. Während Delon 1968 mit Romy Schneider den Film „Swimming Pool“ drehte, gehörte Romy Schneider später  zu den vielen prominenten Gästen des „Cuneo“. Seit 1905 existiert das Restaurant in der Davidstraße und gilt nicht nur als ältester Italiener Hamburgs, sondern bis heute auch als einer der Orte mit der höchsten Promi-Dichte. Ein bisschen ist dort das alte St.-Pauli-Flair konserviert: rote Polster, Kellner mit Haltung, Pasta, Vino – und dieses Gefühl, es könnte jeden Moment jemand Bekanntes durch die Tür kommen.

Davidstraße 11

 

4 BrewDog: Best Bier & Burger

Die schottischen Craft-Beer-Pioniere von BrewDog machen vieles anders. Statt urige Eckkneipen mit Stammtisch große Bars an markanten Orten wie den Tanzenden Türmen auf der Reeperbahn. Industrial-Look, laute Musik, offene Tanks und eine riesige Auswahl an Bieren vom Zapfhahn: von fruchtigen IPAs über Stouts bis hin zu wechselnden Special Editions. Dazu „Beerfood“: Burger, Wings, Loaded Fries und deftige Snacks. Günstig ist der Spaß nicht, aber lecker. Für alle, die gern mitten drin sitzen, zwischen Konzertpublikum, Kiezgängern, Briten und Feierabendgruppen. Am Wochenende besser Reservieren!

Reeperbahn 1

 

5 Chingu: Korean Hotpot & Karaoke

Im Chingu wird erstklassiges koreanisches Essen serviert: Hotpot, Tisch-Grill, Fried Chicken, Bibimbap, Bao Buns, Dumplings und allerlei kleine Gerichte zum Teilen. Besonders vom knusprigen Fried Chicken mit seiner süß-scharfen Saucen bin ich großer Fan. Fast genauso wichtig wie das Essen ist hier allerdings die Stimmung. Unten im Keller warten sogar private Karaoke-Räume, in denen regelmäßig bis spät in die Nacht gesungen wird: K-Pop und 90er-Hits bis zur völligen Eskalation. Genau diese Mischung macht den Laden zum perfekten Startpunkt einer Nacht auf St. Pauli.

Hein-Hoyer-Straße 3

 

6 Cury zur Ritze: Wurstkönig der Reeperbahn

Currywurst geht eigentlich immer – erst recht auf St. Pauli. Eine ziemlich kiezige Variante des deutschen Imbissklassikers gibt es seit Kurzem direkt neben der legendären Kiez-Kneipe Zur Ritze. Im „Curry zur Ritze“ gibt es die Wurst mit den üblichen Beilagen, aber alles in Geil (wie die Betreiber es korrekt ausdrücken!). Hier sitzt Ihr trocken, es mieft nicht, zu den Pommes gibt es wahlweise Trüffel-Mayo oder ein Glas Champus. Verschiedene Beilagen werden kombiniert zu „Gedecken“ und sind preislich absolut zivil. Für 9,50 bis 12 Euro ist alles dabei. Und wer sich danach die Kohlenhydrate wieder abtrainieren will, kann ja nebenan in den Box-Keller der Ritze gehen …

Reeperbahn 136

 

7 Freudenhaus: Sündhaft Leckeres aus Omas Küche

Hier gibt’s Hausmannskost, schwere Soßen und Gerichte, wie man sie eher aus Omas Küche kennt: Labskaus, Rouladen, Schweinefilet und andere norddeutsche Klassiker – allerdings mit einer ordentlichen Portion St.-Pauli-Humor. So tragen die Gerichte Namen wie „Fabian das za(h)rte Labskaus“, „Freudenferkel Olivia Jones“ oder „Roulade Lilo Wanders“. Ernst genommen wird hier eigentlich nur die Qualität des Essens. Und obwohl es hier ansonsten bodenständig bleibt, passt das Ambiente perfekt zum Kiez: rote Polster, warme Beleuchtung und genau die richtige Mischung aus Kneipe, Wohnzimmer und leicht verruchtem St.-Pauli-Flair.

Hein-Hoyer-Straße 7-9

 

8 Mexiko Strasse: Tacos & Mezcal vom Feinsten

In einer Seitenstraße der Reeperbahn gibt es die für mich besten Tacos von Hamburg! Es handelt sich um kleine Geschmacksexplosionen mit ziemlich spannenden Kombinationen: Hähnchen in dunkler Mole, Garnelen mit Chipotle-Mayo oder gerösteter Blumenkohl mit Chili-Kichererbsen. Fleisch, vegetarisch oder vegan – irgendwie findet hier jeder seinen Lieblings-Taco. Dazu Mezcal oder Tequila, die deutlich mehr können als die berüchtigten Party-Shots vom Hamburger Berg. Und dann wäre da noch die Guacamole. Nicht ganz billig vielleicht – aber ziemlich nah dran an einem kleinen Kurzurlaub irgendwo zwischen Mexiko und “Mexiko Strasse”.

Detlev-Bremer-Straße 43

 

9 Café Miller: Sogar das English Breakfast ist vegan!

In dieser mit Aufklebern übersäten FC-St.-Pauli-Fan-Kneipe bekommt Ihr vegane und vegetarische Küche. Sobald der Verein spielt, wird es voll, laut und emotional. Fast ein bisschen unter dem Radar bleibt dagegen, dass man dort auch ziemlich gut essen kann. Bis 14 Uhr gibt es Frühstück, darunter ein überraschend gutes veganes English Breakfast. Später übernehmen dann Kuchen und Torten die Hauptrolle – spätestens vor der Theke merkt man, dass Entscheidungen manchmal schwer sein können. Kleine Hilfe: Probiert mal den veganen Käsekuchen. Am Wochenende wartet zusätzlich ein großes Buffet, bei dem man sich entspannt durch den Vormittag futtern kann.

Detlev-Bremer-Straße 16

 

10 Tazzi Pizza: Das Neapel von St. Pauli

Darf ich vorstellen? Meine neue Lieblingspizzeria! Wer Lust auf neapoli-tanische Pizza (Königsdisziplin!) hat, ist hier richtig. Aber auch die anderen Pizzen: vom Feinsten! In entspannter Atmosphäre wandern hier Pizzen ohne Schnickschnack, dafür mit viel Fokus auf die Klassiker in den Holz-ofen. Margherita, Marinara oder Funghi zeigen, dass es oft nicht mehr braucht als guten Teig, gute Tomaten, guten Käse und ordentlich Hitze. Und die auch nur 90 Sekunden lang, bis der Rand die typischen dunklen Luftbläschen wirft. Danach dauert es meist nicht lange, bis aus allen Ecken des kleinen Gastraums zufriedene „Mhhs“ und „Ahhhs“ zu hören sind.

Clemens-Schultz-Straße 18

 

11 Mahadosa: Südindische Kochkunst

Ich gestehe: Ich bin süchtig nach dem mit Ghee (Butter) bestrichenem Blätterteigbrot Paratha, das ich im Mahadosa oft vorweg esse. Dieses höhlenartige, etwas kitschig eingerichtete Restaurant hat sich auf ajurvedische Rezepte der südindischen Kochkunst spezialisiert. Eine Besonderheit, die Ihr hier probieren solltet, ist der Dosa, ein hauchdünner, knuspriger, Crêpe-ähnlicher Fladen aus Reis und Linsen. Er ist die Basis unzähliger weiterer Speisen, die Ihr hier bestellen könnt. Dazu kommen köstliche Vadas (frittierte Linsenbällchen) und Idly (gedämpfte Reisküchlein). Einfach Om!

Hein-Hoyer-Straße 60

 

12 Kokomo Noodle Club: Japanische Kneipenküche 

Wer mal wieder eine richtig gute Ramen essen (oder schlürfen) möchte, ist an dieser Adresse richtig. Kokomo, manche ahnen es, ist dabei kein japanisches Wort: der Begriff entstammt dem gleichnamigen Song der Beach Boys. Vergeblich sucht man auch die japanischen Wurzeln in den Stammbäumen der Betreiber, denen auch das nebenan gelegene Burger-Restaurant “Grilly Idol” gehört (auch empfehlenswert). Dieser „Noodle Club“ ist jedenfalls ein kulinarisches Abenteuer im Umami-Land, in dem die Küche immer wieder kreative neue Gerichte ausheckt, die man stilecht unter Girlanden und Lampions genießen kann!

Clemens-Schultz-Straße 41

 

13 Kleine Pause: Kult-Imbiss mit Happy Hour

Die Kleine Pause ist eine echte Institution am Paulinenplatz – seit über 40 Jahren von einer sympathischen Familie betrieben, die es schon in diverse NDR-Dokus geschafft hat. Hier trifft sich das ganze Viertel und genießt in herzlicher Kiez-Athmosphäre hanseatischen Schnack, leckere Burger und beste Pommes – kurz: alles was das Fast-Food-Herz begehrt, und, ja, hier gibt’s viele Imbiss-Klassiker auch als vegane Variante! Freitags zur Happy Hour könnt Ihr Euch dann mit Caipi auf eine lange Nacht vorbereiten – und bei Bedarf selbst am nächsten Morgen noch einmal zum Katerfrühstück wieder einkehren.

Wohlwillstraße 37

 

14 Mr. Kebab: Döner & Zucchini-Puffer de Luxe

Krosses Fleisch, buntes Gemüse, eine ordentliche Portion Soße und knuspriges Fladenbrot – so geht Döner bei Mr. Kebab, der so beliebt ist, dass er an manchen Abenden spätestens um 19 Uhr ausverkauft ist… Doch hier gibt’s zum Glück noch so viel mehr: auch die Köfte oder griechische Mousaka schmecken großartig. Mein Geheimtipp sind aber die Zuchinipuffer. Auch wenn die Preise durch die Lage gegenüber des Grünen Jägers vielleicht etwas teurer sind, lohnt sich der Besuch. Samstags gibt’s türkisches Frühstück mit Menemen und Pişi (frittierte Hefeteigbällchen).

Beim Grünen Jäger 1

 

15 Nil: Fine Dining am Pferdemarkt

Das Nil besitzt seit Jahrzehnten Kultstatus. Eher still und heimlich und ohne große Selbstdarstellung. Erst 2024 ist es wieder Hamburgs Restaurant des Jahres gewesen, dabei gibt’s das Nil seit 1989. Hier erwartet Euch gehobenes Essen ohne steife Atmosphäre. Dazu eine Weinkarte, die unter Hamburgs Gourmets ebenfalls einen guten Ruf hat. Und während draußen am Pferdemarkt das übliche St.-Pauli-Gewusel vorbeizieht, sitzt man drinnen fast ein wenig wie in einer anderen Welt: ruhig, gemütlich und irgendwie zeitlos. Ein Ort, bei dem man spätestens nach dem Dessert denkt: „Warum macht man das eigentlich nicht öfter?“

Neuer Pferdemarkt 15

 

Alle Orte auf einen Blick

Hier könnt Ihr Euch wie immer die Begleit-Postkarte herunterladen – das Graffiti befindet sich übrigens gegenüber des oben erwähnten Fischerhauses!

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