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Hamburg fotografieren: Die schönsten (Foto-)Locations für den Herbst

Hach, der Herbst. Er ist für mich die schönste Jahreszeit, auch wenn es manchmal stürmt und regnet. Aber das tut es zum Glück nicht jeden Tag. Wo Hamburg in dieser Jahreszeit in den schönsten Farben strahlt, wenn die Sonne golden leuchtet, verrate ich Euch hier…

Fotos und Text: Susanne Krieg / Frau Elbville

Goldgelbe Romantik an der Alster

Hinter der Krugkoppelbrücke zwischen den schicken Vierteln Harvestehude und Winterhude, weitet sich die Alster zu einem kleinen Teich, um den schöne Villen stehen und an dessen westlichem Ufer sich der „Eichenpark“ befindet – ein Ort, der sich im Herbst in einen märchenhaft schönen Ort verwandelt. Wenn das Laub von den alten, knorrigen Bäumen rieselt und am Ufer die Enten und Gänse gackern, wird mir immer besonders klar, warum der Herbst meine Lieblingsjahreszeit ist.

– Eichenpark / Google Maps

Fassaden-Pracht am Turmweg

Dieses Haus mit prächtigem Blätterkleid steht im Lehmweg (Hoheluft), und ich suche es (ähnlich wie das schönste ehemalige Postamt der Stadt – mehr hier) besonders gern im Herbst auf. Das Farbspiel ist einfach einmalig. Unten rechts befindet sich übrigens ein sehr nettes Café, das Balz und Balz, in dem ihr richtig guten Kaffee und leckeres Essen bekommt – falls es anfangen sollte, regnerisch zu stürmen.

– Lehmweg / Google Maps

 

Blättertunnel zum Leuchtturm

Dieses Foto ist letztes Jahr Anfang November entstanden, an einem Ort, der viel zu lange auf meiner „To-do-Liste“ stand, bevor ich ihn endlich aufgesucht habe: die Bunthäuser Spitze mit ihrem kleinen Mini-Leuchtturm, der das südöstlichste Ende der Elbinsel Wilhelmsburg markiert. Hier teilt sich die Elbe in Norder- und Süderelbe. Das knapp sieben Meter hohe Leuchtfeuer sieht so putzig aus, dass man meinen könnte, es stehe auf einem Kinderspielplatz. Doch bis 1977 war er tatsächlich in Betrieb. Heute steht er unter Denkmalschutz. Zum Glück darf man seine nur 19-stufige Leiter des Leuchtturms auch ohne ein Leuchturmwärter-Patent hinauf klettern. Von der Aussichtsplattform hat man nicht nur im Herbst eine fantastische Sicht auf Elbe, Deiche und Flussgabelung, der Hamburgischen Variante eines cornischen „Land‘s End“.

– Bunthäuser Spitze / Website / Google Maps

Weinernte über den Landungsbrücken

Vom Stintfang oberhalb der S- und U- Bahnstation Landungsbrücken genießt man einen exklusiven Blick auf die Landungsbrücken – und seit kurzem auch wieder auf Hamburgs einzigen Weinhang, der nach der Baustellenzeit wieder angepflanzt worden ist. Den Weinberg gibt es hier eigentlich schon seit 1995, als ihn Wirte des „Stuttgarter Weindorfs“ der Stadt schenkten. Bis zur ersten Lese wird noch ein wenig dauern, aber die Blätter verfärben sich schon jetzt in ein goldenes Rot. Anders als im alten Weinberg, in dem Reben der Sorten „Regent“ und „Phoenix“ wuchsen, soll es im neuen nur die roten „Regent“-Trauben geben. Den „Stintfang Cuvées“ erhalten nur ausgewählte Gäste Hamburgs. Ich fürchte jedoch, es handelt sich eher um ein symbolisches Geschenk, denn um einen edlen Tropfen handelt es sich wohl eher nicht…

– Alfred-Wegener-Weg 5 / Google Maps

Magie der Fleetinsel

Die Fleetinsel, zwischen Rödingsmarkt und Michel, ist umgeben von Brücken und Kanälen. Dazu fällt der Blick auf alte Speicher und Kontorhäuser aus Backstein. Wenn die Tage früher dunkel werden, ist es hier besonders lauschig und mit den schönen roten Blättern, die sich an den Pfeilern der Michaelisbrücke ranken, wird das Plätzchen zu einem verzauberten Fotospot. Ich empfehle einen Aufwärm-Kaffee in der „Erste Liebe“-Bar direkt an der Michaelisbrücke neben dem schönen Buchantiquariat „Joachim Lührs“.

→  Fleetinsel (S-Bahn-Station Stadthausbrücke)/ Google Maps

Seltsame Hecken im Herbstlicht

In Reih und Glied getrimmte Koniferen, hinter denen sich ein grandioser Blick über die Elbe erstreckt. Diese Hecke findet Ihr in einem verwunschenen Garten, der 30 Meter über dem Blankeneser Elbufer auf dem Kösterberg thront und vor allem im Herbst ein Highlight ist. Nach einer Italienreise hatte ein Hamburger Kaufmann sich dieses Refugium anlegen lassen. Nachdem der Garten Ende des 19. Jahrhunderts in den Besitz der jüdischen Bankiersfamilie Warburg übergegangen war, errichtete diese darin zusätzlich ein kleines Amphitheater. In den 1920ern und 1930ern luden die Warburgs hier zu legendären Konzerten, Picknicks und Theateraufführungen ein. Während der Nazizeit musste die Familie emigrieren, der Park verfiel – bis er in den 1990ern mitsamt seinem Seerosenteich wiederentdeckt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Mehr zu den Warburgs und einem auf dem Gelände gelegenen ehemaligen Kinderheim erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

– Kösterbergstraße 40E / Google Maps

Indian Summer am Leinpfad

Der Leinpfad: Eine der feinsten Adressen Hamburgs. Herrliche Villen mit beneidenswerten Grundstücken zum Wasser, davor häufig schicke Karren mit Stil. Eigentlich ist der Leinpfad zu jeder Jahreszeit ein toller Ort für Voyeristinnen wie mich (haha). Aber im Herbst ist die Stimmung noch mal ganz besonders, wenn der Himmel sich dramatisch verfärbt und die tierstehende Sonner die auf der nassen Straße parkenden Luxusautos stilvoll ausleuchtet… Autofahren dürfen hier übrigens nur noch die Anwohner, denn die Straße gehört zur Veloroute 4.

Der Leinpfad auf Google Maps

Wenn die Apfelplantagen locken

Wer die Chance hat, sollte im Herbst unbedingt ins Alte Land fahren und sich sein Obst, allen voran Äpfel, direkt beim Bauern holen – am besten sogar selbst pflücken. Denn das ist auf vielen Obstplantagen möglich. Der Herbst ist ja bekanntlicherweise Apfelzeit – und es macht großen Spaß durch die unendlich langen Spaliere der Plantagen zu laufen, in denen die Äpfel üppig wie Christbaumkugeln von den Bäumen hängen. In meinem Falle heißt es dann: Vor dem Pflücken und Essen auch fotografieren! Mehr Tipps zum Alten Land findet ihr in diesem Blogbeitrag.

Wie Ihr ins Alte Land kommt:

Mit Bahn und Bus

Die  S3 fährt von Hamburg Hauptbahnhof Richtung Stade. In Buxtehude nehmt Ihr den Bus 2044 (Achtung! Keine Verbindung an Wochenenden) nach Jork. Weitere Möglichkeit: Von Neugraben den Bus 257 bis Jork nehmen oder nach Stade fahren und dort den Bus 2050 Richtung Cranz. Die Fähre 62 fährt von den Landungsbrücken bis Finkenwerder und von da aus könnt Ihr mit dem Bus 150 direkt nach Cranz fahren.

So fahrt Ihr mit dem Auto ins Alte Land

Von nördlich der Elbe kommend fahrt Ihr auf der A7 durch den Elbtunnel, an der ersten Ausfahrt 30 Waltershof abfahren und den Schildern Richtung Finkenwerder folgen.

Falls es doch mal zu regnerisch und kalt ist? Besucht Hamburgs Kontorhäuser! In diesem Blogbeitrag bekommt Ihr hierfür ein paar Tipps! 

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