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Warum es in Hamburg so viele Kirschbäume gibt & wo Ihr zur Blütezeit tolle Foto-Spots findet
So schön, so vergänglich: In Hamburg blühen ab März tausende von Kirschbäumen. Für ein paar Wochen taucht die Stadt in einen rosafarbenen Zauber, bis die Blütenpracht Ende Mai leise auf die Erde rieselt. Warum gibt es in Hamburg so viele Zierkirschen, was hat das mit dem japanischen Konsul zu tun und wo findet man die besten Fotospots, um die Blütenpracht gebührend in Szene zu setzen? Das und weitere blühende Geheimnisse verrate ich in der Elbville-Postkarte Nr. 20…
Fotos und Text: Susanne Krieg / Frau Elbville

Sakura, die Kirschblüte, versetzt nicht nur Japan alljährlich in einen Rauschzustand. Auch in Hamburg kann man sich an diesem Naturereignis ab Ende März erfreuen. Denn mehr als 5.000 Kirschbäume blühen im Frühling in der Hansestadt. Viele von ihnen wurden im Jahr 1968 gepflanzt, als der japanische Konsul so viele Kirschbaumsetzlinge mitbrachte, wie Japaner in Hamburg lebten. Die Bäume sollten und sollen die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Hamburg symbolisieren.

Sake, Bentoboxen und ein furioses Feuerwerk
So feierte Hamburg 1968 auch zum ersten Mal das japanische Kirschblütenfest mit einem aufwändigen Feuerwerk, für das jedes Jahr zehntausende Menschen an einem Freitagabend im Mai mit Picknickdecken, manche sogar mit Sake und Bentoboxen, an das Alsterufer pilgern – eine Tradition, die nun also schon über ein halbes Jahrhundert alt ist. (Kleiner Insider-Tipp: Wer für das Feuerwerk ein Paddelboot mietet bzw. eine Bootsfahrt auf einem der Alsterschiffe bucht, sieht am meisten.) Pandemiebedingt fiel das Spektakel in den Jahren 2020 und 2021 aus. Hoffen wir, dass es dieses Jahr jedoch wieder so weit ist. Noch steht kein Datum fest. Doch mit dem folgenden Video könnt Ihr Euch schon mal einstimmen.
Von Schönheit und Vergänglichkeit
Aber was bedeutet Hanami eigentlich, jene japanische Beschäftigung, der man sich speziell zur Kirschblüte widmet? Wortwörtlich übersetzt heißt Hanami: „Blüten betrachten“. Die japanischen Kirschbäume, die dabei die Hauptrolle spielen, tragen keine Früchte – denn sie dienen nur der Schönheit. Schönheit, die gleichzeitig für Vergänglichkeit steht. Im Moment des größten Zaubers rieselt die Kirschblüte zu Boden. Für ein paar Tage kann man sie noch bewundern, dann verwelkt sie. In der japanischen Kultur gilt das als perfektes Beispiel für einen würdigen Tod. Nun denn.

Vom Privileg, eine Kirschkönigin zu haben
Bevor ich gleich auf die besten Kirschblüten-Spots zu sprechen kommen, möchte ich Euch noch von dem königlichen Titel erzählen, den die Hansestadt alle zwei Jahre zur Sakura-Zeit vergibt: den der Kirschblütenkönigin. Um in die Auswahl zu kommen, muss man sich mit einem Motivationsschreiben bewerben. Welche Eigenschaften man als Anwärterin mitbringen muss? Man sollte eine Beziehung zu Japan haben – Sushi als Leibspeise zu haben, reicht wohl nicht. Die Kirschblütenkönigin repräsentiert die Stadt unter anderem bei einer Delegationsreise nach Japan, wofür ihr der Hamburger Bürgermeister den Status einer Sonderbotschafterin erteilt. Gekrönt wird sie im Hotel Grand Elysée und sogar die amtierende japanische Kirschblütenkönigin ist dabei anwesend. Das Recht auf eine Kirschblütenkönigin gewährt die sogenannte Japan Sakura Foundation weltweit übrigens neben Hamburg nur noch einer nicht-japanischen Stadt: Washington. Hier erfahrt ihr etwas über die letzte Hamburger Kirschblütenkönigin.

Doch nun zu meinen TOP-FOTO-SPOTS zur Hamburger Kirschblüte
Es folgt eine kleine Hitliste der besten Spots, an denen Ihr Euch zur Kirschblütenzeit zwischen Ende März und Mai fotografisch so richtig austoben oder einfach nur zum Genießen (Stichwort: Hanami!) aufsuchen könnt. Ich hoffe, trotz des Schnees, der uns dieses Jahr Ende März überrumpelt hat, wird es nun weiterhin weiß und rosa blühen…
1. Der Weg hinter dem japanischen Teehaus in Planten un Blomen
Hier findet Ihr das japanische Teehaus:
2. Auf der Fußgängerbrücke hinter dem Altonaer Balkon

Dieser besonders üppig blühende Baum vor Hafenkulisse findet sich an der Kaistraße (allerdings erst ab Mitte/Ende April):
3. Blütenpracht in der Neustadt

Diesen und weitere herrlich buschigen Bäume findet Ihr im Rademachergang:
4. Rund um den Stuhlmannbrunnen in Altona

In diesem Park zwischen Altonaer Rathaus und Museum herrscht ein weißer Blütenwahnsinn, rosafarbene Bäume gibt es aber auch:
5. Gegenüber vom Maigold in Altona/Ottensen
Die Seitenstraße, in der dieser prächtige Baum, einer meiner Lieblingsexemplare, steht, findet Ihr hier:
6. Binnenalster, rechts und links der Lombardsbrücke

Neben der Lombardsbrücke befinden sich Grünflächen mit Unmengen von Kirschbäumen – es ist der wohl inzwischen bekannteste Hotspot, der mit Abstand am häufigsten auf Instagram zu sehen ist. Aber auch an der Außenalster findet Ihr auf den Wiesen überall tolle Kirschbaumexemplare (ich habe bisher jedoch noch keine guten Fotos von ihnen gemacht):



