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Kleine Abenteuer in Hamburg: Tipps für außergewöhnliche Erlebnisse

Verlassene Mausoleen, Hamburgs wahrer Fischmarkt, eine rätselhafte Kiez-Spelunke, ein verrückter Amphibienbus, ein Aufstieg mit weichen Knien und ein altes U-Boot, für dessen Besuch man keine Platzangst haben darf – begleitend zur 33. Abo-Postkarte präsentiere ich meinen Steady-Fördermitgliedern sechs Abenteuerreisen für den gepflegten Nervenkitzel!

Fotos und Text: Susanne Krieg

1. Die Mausoleen der Kaufleute

Achtung: Zu Beginn wird es etwas morbide! Denn wir begeben uns zu den imposanten Mausoleen, die sich wohlhabende Menschen einst in Hamburg-Ohlsdorf auf dem größten Parkfriedhof der Welt gebaut haben. Das machen wir lieber tagsüber, denn ich bin mir nicht so sicher, ob man nachts nicht doch auf ein paar Vampir-Nachfahren der Kaufmannsclans trifft… Viele ihrer Mausoleen stehen inzwischen leer, einige verfallen leise vor sich hin. Man kann jedoch eine Patenschaft übernehmen – ich habe sogar einen Zettel an einem Mausoleum gefunden, in dem noch “ein Zimmer frei” ist. Gegen eine Patenschaft darf man sich dort auf Wunsch beisetzen lassen.

Tatsächlich gibt es sogar einen  “Friedhofs-Club” um einen älteren Herrn, der das Mausoleum auf Bild 2 übernommen und es wie ein Wohnzimmer eingerichtet hat (im Innern steht sogar ein Weinregal). Er werkelt dort ständig weiter daran herum und hat Urnen für sich und seine Freunde anfertigen lassen, die sich gemeinsam mit ihm in seiner „Mausoleums-WG“ beisetzen lassen wollen. Man soll die Freunde öfter am Sonntag auf den Bänken neben der Grabtür sitzen sehen – mit Kuchen, Kaffee und Sekt.

Ein besonders tragischer Fall ist das Mausoleum auf Bild 3: 1906 ist es von den Schröders errichtet worden, reichen Kaufleuten und Bankiers, nach denen das Schröderstift am Schlump benannt ist. Ihr inzwischen denkmalgeschütztes Mausoleum ist das größte Nordeuropas, doch der Zustand besorgniserregend. Die Sanierung würde Millionen von Euro kosten. Vor Kurzem erschienen Familienangehörige aus London. Doch zu einer Sanierung konnten sie sich wegen der hohen Kosten nicht durchringen. Das letzte Bild zeigt das weiter oben erwähnte Mausoleum, in dem man sich gegen eine Patenschaft “noch ein Zimmer frei wäre”. Wer die Telefonnummer haben möchte – bitte melden! 😉

Unter diesem Link findet Ihr einige der Mausoleen in Google Maps vermerkt!
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Der echte Fischmarkt

Vor einigen Tagen habe ich in den saueren Apfel gebissen. Um ein Abenteuer zu erleben, das schon lange auf meiner Liste stand. Ich bin um 4:30 Uhr morgens aufgestanden, um Hamburgs “richtigen” Fischmarkt zu besuchen …​​​​​​​​​ Er befindet sich nur einen Steinwurf vom viel bekannteren Touristen-Fischmarkt entfernt, der nur Sonntagmorgens von 5 bis 10 Uhr aufgebaut wird. Der wahre Fischmarkt hingegen findet wochentags in einer langen Röhre an der Großen Elbstraße statt. In dieser Röhre werden ab ca. 2 Uhr bis ca. 6 Uhr morgens Großhändler mit Fischen primär aus Skandinavien beliefert. Die Sortenvielfalt ist schier unglaublich, frischer als hier geht’s nicht. Es sei denn, man kauft direkt vom Kutter. Viele Fische, die in der Röhre auf Eisbergen lagern, sind so riesig, das man sie gar nicht nach Hause bekommen würde. Es ist, wie gesagt, ein Ort für Großhändler – auch die Hamburger Fischläden und Restaurants kaufen hier ein.

Wir haben an diesem Morgen stattliche Steinbutte erstanden. Mega, wie lecker die waren. Ja, ich muss unbedingt wieder in diese Parallelwelt,  die Atmosphäre ist einmalig. Männer in Schlachterschürzen, Kitteln und Gummistiefeln. Eisbrocken, Industriecharme, Neonlicht, Damen in kleinen Kabuffs, die die Logistik planen. Wasserschläuche, Styroporkästen, Bottiche mit Remouladensoße und Marinaden. Draußen das Geschrei der Möwen und der Hafen in der aufgehenden Sonne. Mein Geschmack!

Mehr Infos zum Fischgroßmarkt an der Großen Elbstraße findet Ihr hier!

Das Rätsel von “Guschis geiler Grotte”

Habt Ihr Euch schon mal in eine echte Kiez-Spelunke getraut? Falls Ihr solche Orte auch so liebt wie ich, solltet Ihr “Guschis geile Grotte” besuchen. Bei diesem Tresen handelt es sich allerdings um eine Attrappe, er gehört zur Kulisse einer Luden-Kneipe inklusive Pornokino und Folter-Keller. Haha, Ihr habt richtig gelesen. Hierhin habe ich mich an meinem Geburtstag gewagt. Gemeinsam mit Freundinnen bin ich ins Rotlichtmilieu der 80er Jahre abgetaucht. Es ging um Sex, Drogen und viel Geld! Genauer gesagt, haben wir uns durch einen wahnsinnig coolen “Escape-Room” gerätselt: Als Gaunerteam sollten wir in “Guschis geile Grotte“ einbrechen und dort nach 30.000 DM suchen. Dazu gab’s jede Menge pikante Zutaten, mysteriöse Hinweise und Codes sowie gelegentliche Anrufe aus einem alten Telefon, durch das ein Unterweltsboss weitere Tipps gab und dreckige Witze erzählte. Was genau ein Escape-Game ist? Eine Art Schnitzeljagd, die man in liebevoll hergerichteten Motto-Räumen buchen kann (von denen es inzwischen einige in Hamburg gibt). Was soll ich sagen? Selten so gelacht! Am Ende haben wir die Beute zum Glück gefunden und sind unter Blaulicht und Sirenen aus der Grotte geflüchtet. Für dieses Abenteuer muss man übrigens mindestens 18 Jahre alt sein. Es gibt natürlich auch Escape-Rooms, die für Kinder geeignet sind. Empfehlen kann ich  hier z.B. ein Game an Bord eines Schiffes oder in einer Gefängniszelle.

Mehr Infos zu “Guschis geiler Grotte” findet Ihr hier!

Unterwegs mit dem Amphibienbus

„SWIMBUS“ steht in silbernen Lettern unter der Windschutzscheibe, darunter ein Anker. Untenherum hat das Gefährt die Form eines Schiffes, obenherum die eines Busses. Am Heck: ein Rettungsring. Der HafenCity RiverBus ist ein echtes Amphibienfahrzeug. Wer sich hineinwagt, bekommt  Stadt- und Hafenrundfahrt in einem. Nach einer Tour über Land durch die historische Speicherstadt und die HafenCity bleibt das skurrile Gefährt in Rothenburgsort am Entenwerder Stieg plötzlich stehen. Der Bus verwandelt sich hörbar in ein Boot, dann rollt er schwungvoll in die Elbe, wobei das Wasser gegen die Windschutzscheibe spritzt. Mithilfe von zwei Jetantrieben schwimmen wir jetzt wie eine Fähre elbaufwärts …

Auf unserer Stadtkreuzfahrt geht es nun zu den Hidden Places des Stadtteils Rothenburgsort: So nehmen wir die Fahrt Kurs Tiefstack auf und durchfahren dabei das zweitgrößte Sturmflut-Sperrwerk in Deutschland, die Billwerder Bucht, vorbei an maritimer Industrieromantik. Mit dem Holzhafen erreichen wir dann, zwischen Werften und Bootsanlegern, eines der letzten Süßwasserwattgebiete Hamburgs. Ich wette, dass dieser Teil der Stadt auch so manchen Einheimischen noch unbekannt ist. Zurück am Brooktorkai in der Speicherstadt verabschiedet uns die nette Crew. Super war auch “Erklärbär” Uwe, der uns während der Fahrt köstlich unterhalten hat.

Mehr Infos zu diesem Abenteuer findet Ihr hier! 

Hoch hinaus über den Rathausmarkt

Lange habe ich die Petri-Kirche ignoriert: Kein Wunder, befindet sie sich doch neben Hamburgs bekanntester Shopping-Meile, der Mönckebergstraße – und dort hat man ja meist besseres zu tun als sich Kirchen anzuschauen. Ein Fehler! Hamburgs älteste Pfarrkirche besitzt nämlich auf 123 Metern die höchste Panoramaplattform der Stadt. Einziger Haken: Man muss die 544 Stufen zu Fuß zurücklegen. Nervenkitzel verursacht der Aufstieg bei Leuten wie mir schon: die Treppe gewährt nach innen und durch die Stufen hindurch oft freie Sicht nach unten. Das Rathaus wirkt dafür von hier oben wie ein majestätisches Märchenschloss. Und je nach Witterung reicht der Blick bis zur Elbe, zur Hafencity und der Elbphilharmonie.

Kosten: 3 Euro pro Person / Öffnungszeiten: Montag – Samstag 10 – 17 Uhr, Sonntags nach der 10 Uhr Messe bis 16 Uhr.

Abtauchen in die Elbe

Es ragt am Hamburger Fischmarkt als Mahnmal gegen den Krieg aus dem Wasser: das größte nicht-atomare Jagd- u. Spionage-U-Boot der Welt. Über eine Luke kann man darin abtauchen und es besichtigen. ​​​​​​​”U-434″ ist 1976 in der russischen Werft Krasnoe Sormovo in Gorki im Rahmen eines sowjetischen Geheimprojekts gebaut worden und zog bis 2002 im Dienst der russischen Nordmeerflotte durch die Ozeane. Ein Deutscher kaufte den 92 Meter langen Koloss für 800 000 Euro und ließ ihn bei Bloom und Voss zum Museum umbauen. Noch immer ist es seetüchtig.​​​​​​​​ Achtung: Der Besuch ist nix für Leute mit Klaustrophobie! Die Enge ist erschütternd. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es dann auch noch im Krieg in so einem Ding ist. Angeblich soll U-434 mal drei Tage auf dem Meeresgrund vor Manhattan gelegen und amerikanische Funksprüche abgehört haben. In einer Ecke steht noch ein Ofen mit Kochplatten. Die spartanischen Schlafkabinen: auch gruselig. Im Ernstfall wurde hier sogar operiert. Die OP-Lampen hängen noch über dem Tisch.
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Mehr Infos zum U-Boot-Museum gibt’s hier! 
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Liebe Elbville-Förder-Fördermitglieder, die Postkarte #33 könnt Ihr Euch wie immer hier herunter laden! Liebste Grüße und ein Mega-Dankeschön für Eure Unterstützung! ❤️

Eure Frau Elbville

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