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UPDATE! WIEDER DA! Instagram hat meinen Account gelöscht! Ein paar Gedanken zur Entwicklung sozialer Plattformen …

UPDATE: Nach sechs Tagen Ungewissheit tauchte mein Account genau heute, nachdem ich diesen Post veröffentlicht und auf einem neuen Instagram-Account mithilfe vieler Unterstützer:innen einen Aufruf gestartet hatte, wie durch ein Wunder wieder auf. Derzeit versuche ich mehr herauszufinden und werde hier berichten, sobald ich die Gründe für die Löschung herausgefunden habe und weiß, wie ich es geschafft habe, wieder entsperrt zu werden… Dieser Text soll nach wie vor als Reminder gelten: Habt ein Back-up Eurer Instagram-Beiträge und verlasst Euch nicht allein auf diesen Kanal! Alles kann ganz schnell vorbei sein…

Der Supergau ist eingetroffen. Und ich dachte immer: Mir passiert so etwas nicht. ABER: Am 4.11.2022  gegen 7 Uhr morgens hat Instagram meinen Account @frau_elbville einfach so gesperrt und später offenbar gelöscht. Ohne Vorwarnung. Ohne ersichtlichen Grund. Puff. Weg war er. Warum genau, bleibt allein das Geheimnis der Plattform. Womöglich eine Panne? Ich weiß es nicht. Wie bei weltumspannenden Tech-Konzernen üblich, erreicht man in solchen Fällen ja auch niemanden persönlich. Was einem bleibt, ist das hilflose Durchklicken vermeintlicher Hilfeseiten, die am Ende keine Lösung bieten…

Wenn über Nacht 28.000 Follower und 1000 Fotos einfach so verpuffen

Klar ist: Mein direkter Draht zu fast 28.000 Hamburg-Fans ist von heute auf morgen einfach so gekappt – mit ihm sind über Tausend, mit literweise Herzblut erstellte Beiträge verschwunden. Fotos*, Videos, Reels, Hamburg-Tipps – all das habe ich der Plattform über vier Jahre lang beständig in den gefräßigen Content-Rachen geschoben. Und lange hat mir die Plattform ja im Gegenzug auch mit Sichtbarkeit und Reichweite gedankt.

Ohne meinen mit viel Ausdauer gepflegten Instagram-Account wären meine Photo Walks, Workshops und Seminare sicher nicht so schnell ausgebucht gewesen, meine Hamburg-Bücher und Kalender haben durch Hinweis-Posts auf Instagram bisher auch ohne  Zwischeninstanzen wie die Krake Amazon über einen eigenen Online-Shop zu meiner Zielgruppe gefunden. Noch dazu trudelten Kooperationsanfragen von tollen Partner:innen wie Hanseatic Help, WeRideHamburg, Hamburg Marketing/Tourismus  oder dem NDR ein, deren Ziele, Aktionen und Kampagnen ich gern unterstützt habe.

* Zum Glück  habe ich meine Fotos und viele Texte zusätzlich gesichert. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, wie fatal es ist, Instagram & Co. ein Archiv (z.B. aus Urlaubsfotos)  anzuvertrauen.

Selbst Schuld? Mhm, es ist kompliziert…

Klar, kann man sich nun fragen, wie ich nur so naiv sein konnte zu glauben, was Instagram in seinen Nutzungsbedingungen schreibt:

„Wir entwickeln und verwenden Technologien, die uns dabei unterstützen, unserer wachsenden Community den Dienst verlässlich bereitzustellen“.

Mhm, verlässlich? Ja, da war ich wirklich gutgläubig. Als mein Konto plötzlich gesperrt wurde, angeblich, weil ich gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hätte, beantragte ich per Klick eine Überprüfung und nahm an, dass sich das Problem schnell lösen würde. Bei einer Überprüfung würde ja schließlich klar, dass ich kein Schindluder auf Instagram trieb: Ich setze keine Like- und Kommentier-Bots ein, verbreite keinen Spam, habe keinen einzigen Follower gekauft, verticke keine Drogen und teile keine Pornografie oder andere verbotene Inhalte.

Doch leider scheint mein Einspruch nicht angekommen zu sein. Zumindest tat sich auch nach den 24 Stunden nichts, innerhalb derer die Sperre aufgelöst werden sollte, falls mein Account aus der Sicht von Instagram tatsächlich okay ist. Nun also scheint er sogar für immer gelöscht zu sein, glaubt man den Infos, die ich erhalte. Wenn ich mich jetzt beispielsweise über den Chrome-Browser am Desktop einloggen möchte und den zugesendeten Authentifizierungscode eingebe, erscheint die Ansage, mein Konto sei gesperrt. Und folge ich dem angegebenen Link, wird mir mitgeteilt, dass mein Konto aufgrund meiner „Verstöße“ gelöscht und in solchen Fällen auch nicht mehr hergestellt werden könne. Nun habe ich 2x lang und ausführlich Einspruch auf dieser Seite eingereicht. Nichts. Keine Reaktion. Man hat das Gefühl, dass es einfach niemanden interessiert. Wahrscheinlich trudeln bei weltweit 1,5 Milliarden Nutzer:innen auch hunderte von Einsprüchen (berechtigte und unberechtigt) pro Minute ein – wieso sollte ich da auch durchdringen? Ach, wie ich dieses Gefühl doch hasse, ausgeliefert zu sein.

Kann ich Instagram noch vertrauen?

Ich gehe nicht davon aus, dass ich gehackt worden bin. Ich befürchte das Schlimmste: Durch einen technischen Fehler, vielleicht über irgendwelche irren Algorithmen, und ganz eventuell auch, weil mir jemand schaden wollte und meinen Account  unter Angabe falscher Behauptungen gemeldet hat, bin ich erst gesperrt worden – und schließlich gelöscht, weil sich niemand mit meinem Einspruch beschäftigt hat und ich einfach erst einmal nichts weiter unternehmen konnte. Und wer weiß, vielleicht gibt’s ja wirklich kein Back-up mehr auf irgendeinem Server… Ist alles möglich in diesen chaotischen Zeiten.

Diesen Ablauf und das Ignorieren von Einsprüchen finde ich höchst bedenklich. Irgendwie fahrlässig uns Nutzer:innen gegenüber! Ich bin auf meine Sichtbarkeit angewiesen. Nicht nur Leute wie ich nutzen die Plattform beruflich – auch große Marken und Unternehmen sind auf der Plattform vertreten. Oder springt die wirkliche Hilfe von Instagram nur bei vermeintlichen Big Playern, Riesenkonzernen und Stars an, also den Accounts mit dem blauem Haken? Ich habe selbst noch keine Erfahrung mit gelöschten Accounts gemacht, aber das in diesem Beitrag erwähnte Beispiel einer Designerin, die auf Instagram gelöscht wurde, verspricht nichts Gutes – sollte es stimmen. Es erinnert an die alptraumhaften Vorgänge in Kafkas „Der Prozess“.

Wird Meta – der größte Bahnhof für soziale Medien – allmählich baufällig?

Viele werden es in letzter Zeit mitbekommen haben, dass es unzählige, irgendwie panische Neuerungen und gefühlt tausend neue Funktionen auf Instagram (und auch bei den zu Meta gehörenden Plattformen Facebook und WhatsApp) gab.  Doch diese gingen eben auch mit vielen technische Pannen einher. Immer wieder Aussetzer, fragwürdiger Followerschwund und mangelnde Sichtbarkeit, Daten-Leaks, sogar komplette, weltweite Breakdowns der App.

Ich bin auch nicht die einzige, deren Account in letzter Zeit verschwunden ist. Am 31.10.22 vermeldeten Tausende Nutzerinnen auf dem Twitter-Account von Instagram, ihre Konten seien gesperrt oder gelöscht. Ähnlich wie Twitter nach der Übernahme durch Elon Musk, wird auch Meta gerade – das ist kein Geheimnis – von Grund auf umstrukturiert. Zuckerbergs Imperium plant wie Twitter einen massiven Stellenabbau (der womöglich auch schon voll im Gange ist). Mhm, ich würde sagen: kein guter Schachzug in Zeiten, in denen man technische Super-Bugs und die Monster -Plattformen, die man schuf, Fake News Manipulationen, Troll Fabriken, Bots und digitale Kriegsführung besser als je zuvor in den Griff kriegen müsste. 

Scheidung – ja oder nein?

Ich würde lügen, wenn ich behaupte, mein verstorbener Instagram-Account ginge mir nun nicht nahe. Ja, ich muss sagen, es fühlt sich schlimm an. Als wäre mir meine linke Hand amputiert (ich bin Linkshänderin!). Vielleicht auch ein wenig so, als würde dich die eigene Familie ghosten. Oder dein Lieblingschef hätte dich plötzlich und ohne Grund fristlos entlassen und verweigert nun jeden Kontakt. Ja, Instagram und ich, wir hatten mal wirklich eine gute Zeit zusammen. Ich habe diese Plattform gemocht, ja vielleicht sogar „geliebt.“ Und sie mochte mich offenbar auch irgendwie. Bis vor Kurzem jedenfalls. Ich fühle mich betrogen. Mein Vertrauen ist futsch. Ich denke über Scheidung nach, ja, sogar über einen Anwalt – man muss sich doch wehren. Gibt es denn überhaupt andere Wege als diese Ultima Ratio? 

Doch am Ende bin ich einfach froh, Profi genug gewesen zu sein, auch einen Blog und einen Newsletter zu betreiben. Schließlich predige ich das ja auch in jedem meiner Seminare und Coachings: Deine Website ist dein digitales Zuhause, deine feste Adresse. Die sozialen Medien hingegen sind nur die U-Bahnen, die dich zu deinen Zielgruppen, zu deiner Community fährt. Und wer, bitte, würde sein Mobiliar schon ernsthaft und ausschließlich in der U-Bahn deponieren? Ich habe nun am eigenen Leib erfahren, wie fragil so eine U-Bahn sein kann und was passiert, wenn sie vor der eigenen Haustür crasht! Gott sei Dank habe ich mir nicht den Hals gebrochen. Nur die linke Hand.

Falls Ihr es noch nicht getan habt und Euch meine Inhalte auch außerhalb des Instagram-U-Bahn-Tunnels interessieren, abonniert doch einfach meinen Newsletter und schaut mal öfters auf diesem Blog vorbei! Ihr seid hier, bei mir zu Hause, immer gern gesehene Gäste!

Wer möchte, folgt mir vorerst einfach unter diesem neuen Account: @frau_elbville_hamburg oder auf @elbvilles_timetravels

Eure Gastgeberin Frau Elbville 

 

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