Hamburgs verschwundene Labyrinthe: Vom Alltag in den Gängevierteln
Reist mit mir in eine untergegangene Welt aus schmalen Gassen, Stiegen, Branntweinschänken, düsteren Fleeten und dicht bebauten Hinterhöfen. Ich zeige Euch einen Ort, an dem kinderreiche Familien, Hafenarbeiter, Höker, Schlafburschen und Tagelöhner auf engstem Raum lebten und Kriminelle, Prostituierte und andere zwielichtige Gestalten Zuflucht suchten. Erfahrt mehr über jene Labyrinthe, in die sich die Polizei nur in Doppelstreifen hineinwagte und die der Senat so lange ignorierte, bis die Zustände in einer Katastrophe für die gesamte Stadt mündeten. Was wissen wir heute über Hamburgs legendäre Gängeviertel? Wo lagen sie, wie lebte man dort, warum verschwanden sie – und wo finden sich heute noch letzte Spuren?

Die “scheußlichste Pestluft aus den Gossen” erfülle die engen Straßen, schreibt der Theologe Johann Hinrich Wichern 1847 über einen seiner vielen Besuche in den Gängevierteln Hamburgs. In der ländlichen Umgebung von Hamm hat er eine Rettungsanstalt “zur Erziehung sittlich verwahrloster Kinder“ gegründet. Das “Raue Haus” (es existiert bis heute!) nim…
