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Hamburger Backstein Beauties: 12 architektonische Highlights

Hamburg ist eine rote Stadt. Bauten aus Backstein dominieren vielerorts die Szenerie. Mir fällt kaum eine Metropole ein, die Ziegel und Klinker so effektvoll in Szene zu setzen weiß – und das seit Jahrhunderten. Kleine Tour gefällig? 

TEXT & FOTOS   SUSANNE KRIEG

Das Chilehaus

Den Anfang macht ein absoluter Klassiker unter den Hamburger Backstein Bauten: Das Chilehaus, Ikone des sogenannten Klinker- Expressionismus, 1924 von Fritz Höger fertig gestellt. Auftraggeber war der schwerreiche Reeder und Bankier Henry Sloman. Der hatte das Gebäude mit Geld aus seinem Salpetergeschäft in Chile bezahlt. Mit den wie so oft bei Hamburgs Backsteinkunst in Strickmustern angeordneten 4,8 Millionen Bockhorner Klinkern (von Höger auch liebevoll “Bauedelstein” genannt) und einer Spitze, die wie der Bug eines mächtigen Passagierschiffes in den Himmel ragt, wurde das Gebäude 1984 zum Weltkulturerbe erklärt.

– Chilehaus, Fischertwiete 2A / Google Maps

 

Stubbenhuk 10

Auf diesen putzigen Namen hört ein weiteres Kontorhaus unten am Baumwall (Karte), das, zwischen 1923 und 1925 erbaut, auch Getreideheberhaus genannt wird (Bauherr war die Getreideheber GmbH). Verputzt wurde hier roter und brauner Oldenburger Klinker (ich weiß, das geht jetzt echt ins Nerdige… Aber es ist durchaus interessant, von woher all die Backsteine offenbahr kommen!). Auch das Treppenhaus ist sehenswert, die Tür steht wochentags in der Regel offen!

– Stubbenhuk 10 / Google Maps

 

Das Planetarium

Manchmal, bei düsterem Wetter, macht mir das Planetarium im Hamburger Stadtpark (Karte) ein bisschen Angst. Aber auch das hat seinen Reiz. Das Gebäude wirkt dann wie ein angelaufener Koloss aus einem Stummfilm der 1920er Jahre. Scheint jedoch die Sonne, setzt sich golden der Schriftzug vom Backstein ab und der Koloss scheint zu blinzeln. Komm schon, ruft er, ich weiß, du willst wieder nach oben und dir die grandiose Aussicht anschauen! Leider muss man meistens weiter. Keine Zeit. Keine Zeit.

– Linnering 1 / Google Maps

 

Das alte Thedebad

Am nördlichen Ende der Thedestraße, Ecke Covertsweg (Karte), steht ein 1882 erbautes, denkmalsgeschütztes Ensemble – ein weiteres wunderschönes Beispiel für Hamburger Backstein, das früher einmal eine Badeanstalt für bedürftige Arbeiterfamilien war. Heute dient es dem Künstler Bruno Bruni als Atelier sowie Agenturen als Büro. Runde Sache, würde ich sagen!

– Covertsweg / Google Maps

 

 

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Patriotische Gesellschaft

Kartoffelanbau, Bücherhallen, Blitzabbleiter – das sind nur einige der Errungenschaften, die Hamburg der Patriotischen Gesellschaft zu verdanken hat, Deutschlands ältester zivilgesellschaftlicher Vereinigung. Zugegeben, der Name klingt etwas befremdlich, doch diese Gesellschaft hat nichts mit den selbsternannten “neuen Patri(dio)oten” Deutschlands am Hut, die am rechten Rand der Gesellschaft herum krakeelen und eine Menge Blödsinn verantworten. Der Sitz der Hamburger Institution, die sich bis heute für Hamburgs Gemeinwohl engagiert, befindet sich seit 1847 in einem Gebäude an der Trostbrücke, das an eine zinnenbewehrte Burg erinnert. Manche der Backsteine sind dabei älter als das Haus: Sie stammen aus der Zeit vor dem verheerenden Großen Brand von 1842. Möglicherweise gehörten sie einst zum alten Rathaus, das hier zuvor gestanden hatte.

– Trostbrücke 4-6 / Google Maps

Speicherstadt

Muss man mehr sagen? Die Speicherstadt (Karte) ist der ultimative Gebäudekomplex aus Backstein. Ein Grand Canyon aus rotem Klinker. Für alle Backstein-Fetischisten das höchste der Gefühle. Bitte immer das Riechfläschchen dabei haben – falls man vor lauter Glücksgefühlen mal in Ohnmacht fällt.

 

Gorch Fock Halle

Sie ist ein verstecktes Kleinod auf der “anderen Seite” in Finkenwerder (Karte): 1929 als Turnhalle von Fritz Schumacher, dem Vater des Hamburger Backstein, entworfen, ist die Gorch Fock Halle dem Schriftsteller Johann Wilhelm Kinau gewidmet, Sohn eines Finkenwerder Fischers. Unter dem Pseudonym Gorch Fock schrieb Kinau z.B. den Roman “Seefahrt ist Not”, weshalb auch ein Segelschulschiff nach ihm benannt wurde. Der Schriftsteller starb 1916 im ersten Weltkrieg in einer Seeschlacht im dänischen Skagerrak- Meer.

– Hein-Saß-Weg 43 / Google Maps

 

Altonaer Kinderkrankenhaus

Eines der hübschesten Hospitäler, das ich kenne: Das Altonaer Kinderkrankenhaus (Karte) wurde 1912 gebaut und finanziert von Henry Donner, einem weiteren dieser unermesslich reichen Hamburger Kaufleute (ja, es gab viele von ihnen…). Davor befand sich das Kinderkrankenhaus in der Chemnitzstraße in Altona-Altstadt. Der wesentlich größere Nachfolger in der Bleickenstraße galt als fortschrittlich: hier gab es sogar erstmals eine Milchstation für die Babys armer Familien sowie ein Heim für verwaiste Säuglinge.

– Bleickenallee 38 / Google Maps

 

Das Haus in der Kottwitzstraße

Mein Lieblingshaus in der Kottwitzstraße im Eimsbüttler Komponistenviertel (Karte). Ein besonders kunstvolles Exemplar eines Hamburger Backstein Baus. Es könnte aber auch in Lissabon stehen.

– Kottwitzstraße / Google Maps

 

Bei St. Annen 1

Wie ein eigenes Rathaus in der Speicherstadt wirkt dieses prunkvolle Gebäude (Karte). Und das war beabsichtigt. Kein Wunder, zog 1912 doch die Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft dort ein, damals das modernste Logistikzentrum der Welt. Sie verwaltete den Hamburger Hafen und wollte mit ihrem neuen Verwaltungssitz ihre Macht demonstrieren. Mission accomplished!

– Stubbenhuk 10 / Google Maps

 

Deichstraße

Diese windschiefe Fassade!  Und diese herzallerliebsten blauen Türen und Lampen! Ich bin verliebt. In Hamburgs ältestes Speicherhaus. Es soll schon seit 1465 in der Deichstraße (Karte) stehen und könnte somit auch eines der ältesten noch erhaltenen Beispiele für Hamburger Backstein Architektur sein. Dieses Haus hat bereits eine ganze Menge Waren gespeichert: z.B. Seide, Leinen, Kakao, Gewürze, Obst und Gemüse aus Lüneburg … Ist noch Platz für mich? In der Deichstraße findet Ihr übrigens noch andere interessante Häuser, wie z.B. den alten Kolonialwarenladen, der in einem anderen Beitrag von mir auftaucht.

– Deichstraße / Google Maps

 

Haynstraße

Ich nenne es gern das blaue Wunder aus der Haynstraße in Eppendorf (Karte): Es ist ein ganz normales Wohnhaus, über das ich leider nicht mehr weiß.

– Haynstraße / Google Maps

Hier geht’s übrigens zu Teil 2 meiner Tipps für Hamburgs Backstein-Beautys!

 

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hallo

 

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